Siilo: PKV setzt auf niederländisches Apotheker-Whatsapp

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Berlin - Das Fax hat bald ausgedient, zumindest wenn es nach dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) geht. Künftig soll die Kommunikation der Leistungserbringer über den sicheren Fachdienst „Kommunikation im Medizinwesen“ (KIM) innerhalb der Telematikinfrastruktur (TI) stattfinden. Der dient jedoch hauptsächlich zum Versenden von E-Mails und Dokumenten, weniger der Echtzeitkommunikation. Diese Lücke soll nun nach dem Willen des PKV-Verbands die App Siilo füllen. Sein vergangenes Jahr gegründeter Risikokapitalfonds Heal Capital hat nun seine erste Investition getätigt. Die Königliche Niederländische Apothekervereinigung (KNMP) hat Siilo bereits als Standardanwendung eingeführt.

9,5 Millionen Euro konnte Siilo in seiner Series-A-Finanzierungsrunde einsammeln. Größter Investor ist Heal Capital, der Fonds für digitale Gesundheitsinvestitionen, den die privaten Krankenversicherer vergangenen Herbst gegründet haben. Rund 100 Millionen Euro soll der enthalten, zu denen auch die Berliner Digital-Health-Investoren Heartbeat Labs und Flying Health beisteuern. Neben Heal Capital haben auch der schwedische Bestandsinvestor EQT Ventures und Philips Health Technology Venture, der Risikokapitalfonds des niederländischen Technik-Konzerns Philips, Geld in den Topf geworfen.

Siilo soll nach Willen des PKV-Verbands so etwas werden wie das Whatsapp des Gesundheitswesens: Leistungserbringer können über die App in Echtzeit kommunizieren, Gruppen gründen, aber auch Dokumente verschicken. Dabei ist Siilo nicht nur mit Zusatzfunktionen wie der Unkenntlichmachung von Dokumententeilen ausgestattet, sondern entspricht anders als Whatsapp auch höchsten Datenschutzanforderungen gemäß der DSGVO. Die Server stehen in Europa, gesendete Daten werden nicht dauerhaft gespeichert.

„Wir sind bemüht, mit Hilfe der Gematik technische Anforderungen für den sicheren Gebrauch von Messenger-Diensten im deutschen Gesundheitswesen zu definieren. Somit können die Rahmenbedingungen für Messenger-Dienste innerhalb der TI geschaffen werden“, erklärt Sassan Sangsari, Ärztlicher Manager bei Siilo, auf Anfrage. „Wir sehen die Nutzung von Messenger-Diensten als notwendige Erweiterung innerhalb der KIM und unterstützen somit den Appell der Bundesärztekammer in Ihrem Positionspapier ‚Digitale Transformation in der Medizin in Pandemiezeiten‘.“ In jenem Papier forderte Bundesärztekammer die flächendeckende Einführung einer einheitlichen und sicheren Messenger-App für eine schnelle, asynchrone Kommunikation im gesamten medizinischen Bereich.

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