Probleme mit Anbietern: Berlin verschiebt Ausgabe von TI-Karten

, Uhr

Berlin - Bis zum 30. September sollen die Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) der Gematik angeschlossen sein – denn ohne TI kein E-Rezept. Mehrere Kammern haben deshalb in den zurückliegenden Wochen begonnen, die Beantragungsportale für den Heilberufsausweis und die Institutionenkarte (SMC-B) zu öffnen. Das läuft aber offenbar alles andere als rund. Mehrere Kammern berichten von massiven Problemen – in Berlin hat Kammerpräsidentin Dr. Kerstin Kemmritz deshalb die Reißleine gezogen. Sie glaubt nicht mehr daran, dass die bisherige Anschlussfrist noch zu halten ist.

Eigentlich sollte es am 4. Juni losgehen. Dann wollte die Apothekerkammer Berlin ihr Beantragungsportal für HBA und SMC-B ans Netz bringen, kündigte sie am Dienstag an. Nur einen Tag später ist aber klar: Daraus wird nichts. Denn am Mittwoch tagten die Kammervorstände in einer Videokonferenz und hatten wenig Erfreuliches mitzuteilen. „Die Kammern berichten von nicht zu Ende durchführbaren Prozessen, einer Vielzahl von Anfragen der Antragsteller bei den Kammern und den Kartenherstellern, von unberechtigten Schuldzuweisungen, daraus resultierender fehlender Planungssicherheit für die Anbindung durch die Softwarehäuser etc.“, so die Berliner Kammer.

Erschwert werde das noch „durch eine Gemengelage von Marketingaktivitäten verschiedener Akteure“ – also der Hardware-Anbieter. Dass gerade jeder sein TI-Paket in den Markt wirft, führe dazu, dass Apotheker ihre Bestellungen stornieren, „weil plötzlich ein besseres Angebot in der Post ist“.

Und damit noch nicht genug der Probleme: Keiner der in Berlin zugelassenen Kartenhersteller habe bisher die Voraussetzungen für die Anbindung beider Karten an die sogenannte SOAP-Schnittstelle geschaffen, über die die Daten von der Kammer an den Kartenhersteller übertragen werden, den der Antragssteller ausgewählt hat. „Wir haben Verträge mit drei Anbietern, aber nur einer hat schon die Zulassung zur Ausgabe der Karten“, erklärt Kemmritz auf Anfrage. „Bei dem klappt es aber mit der Datenübertragung nicht, weil eine bestimmte Zertifizierungsnummer noch nicht vorliegt.“ Das heißt: Zwischen Apotheken und Kammer gibt es keine Probleme, dafür funktioniert die Datenübertragung zwischen Kammer und den sogenannten qualifizierten Vertrauensdiensteanbietern (qVDA) nicht richtig.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Liebe Nutzerin, lieber Nutzer,

eigentlich sollten hier die Kommentare zum Artikel stehen.
Leider funktioneren die Kommentare seit ein paar Tagen nicht mehr für manche Nutzer und Sie scheinen leider zu diesen zu gehören.
Bitte versuchen Sie, alle Cookies von apotheke-adhoc zu löschen. Die Kommentare sollten anschließend wieder angezeigt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen anderen Browser zu verwenden.
Sollte dies nicht der Fall sein, verwenden Sie bitte unser Kontaktformular und schicken Sie uns Informationen über Ihr Betriebssystem und den verwendeten Browser, damit wir Ihnen weiterhelfen können.

Eine Anleitung, wie Sie Ihre Cookies löschen können, finden Sie z.B. hier.

Weiteres
Booster, Studien, Wirksamkeit
Update Impfstoffe»
Modellprojekt Westfale-Lippe
Grippeimpfung in Apotheken startet»
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
„Entscheidet sich mit Einführung des E-Rezepts“
Fiege will für Apotheken ausliefern»
Verschließbare Box mit App-Kontakt
Botendienst mit Fernsteuerung»
Wie erzielt man Reichweite?
Instagram für die Apotheke»
Apotheker enttäuscht über Entschädigung
PTA muss 11.400 Euro an Ex-Chef zahlen»