Herzinsuffizienz

Pharm-CHF-Studie nach acht Jahren fertig Lothar Klein, 29.05.2019 12:11 Uhr

Berlin - Seit bald acht Jahren läuft die Herzinsuffizienzstudie (Pharm-CHF) der ABDA. Jetzt liegen Ergebnisse vor: Patienten mit Herzschwäche profitieren von der Kooperation zwischen Apotheke und Arztpraxis hinsichtlich Einnahmetreue, Medikamentenadhärenz und Lebensqualität. Laut ABDA ist es weltweit die erste randomisierte Studie, die den Effekt einer kontinuierlichen und interdisziplinären Intervention basierend auf regelmäßigen Kontakten mit einer öffentlichen Apotheke und der Versorgung mit dort patientenindividuell gestellter Medikation bei Herzschwäche untersuchte.

Eine niedrige Einnahmetreue stelle ein relevantes Problem bei der Arzneimitteltherapie herzinsuffizienter Patient dar. Sie führe zu einer Verschlechterung der Erkrankung, dadurch bedingten Krankenhausaufenthalten und zu höherer Sterblichkeit. „Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme ist aber für Patienten mit Herzschwäche eine große Herausforderung, da sie in aller Regel an mehreren Krankheiten leiden und die Anzahl einzunehmender Arzneimittel entsprechend sehr groß ist“, erklärt Professor Martin Schulz, Co-Studienleiter und Geschäftsführer Arzneimittel der ABDA. Neben der Verbesserung der Einnahmetreue und der Lebensqualität zielte die Intervention auch auf die Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

Insgesamt 237 Patienten, die im Mittel 74 Jahre alt waren, wurden laut ABDA durch den Arzt zufällig der Interventions- beziehungsweise Kontrollgruppe zugeteilt. Zentrale Bestandteile der Intervention waren eine Analyse der Gesamtmedikation, die Erstellung eines auf Arzneimittelrisiken geprüften Medikationsplans und zweiwöchentliche Besuche der Patienten in ihrer Apotheke. Die Probanden in der Interventionsgruppe erhielten dort ihre Medikation in Wochendosetten; Blutdruck und Puls wurden gemessen und sie wurden zur Arzneimitteltherapie und zu Anzeichen einer Verschlechterung der Herzschwäche beraten. Apotheke und Arztpraxis tauschten sich zu Fragen der sicheren Arzneimitteltherapie aus.

Vor Beginn der Studie hatten die Patienten laut ABDA im Mittel für weniger als 70 Prozent der Tage ausreichend Medikation. Nur 43 Prozent hatten für mindestens 80 Prozent der Tage Medikation und konnten somit als einnahmetreu eingestuft werden. Die Intervention der Pharm-CHF-Studie verbesserte signifikant die mittlere Einnahmetreue von drei Arzneistoffklassen, die bei Herzinsuffizienz nachweislich die Sterblichkeit senken. Sie erhöhte gleichzeitig signifikant den Anteil Patienten, die als einnahmetreu eingestuft werden konnten. Außerdem profitierten Patienten in der Langzeitbeobachtung über zwei Jahre zunehmend von der Intervention mit einer signifikant und relevant verbesserten gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

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