Masken-Affäre: Angebot angeblich „eng mit Spahn abgestimmt“

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Berlin -

Der am Donnerstag zurückgetretene CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann war entgegen bisheriger Erkenntnisse wohl doch in dubiose Maskengeschäfte verwickelt. Hinzu kommt eine mutmaßliche Briefkastenfirma, die er gegründet hat. Besonders heikel: Medienrecherchen zufolge hat er sich gegenüber potenziellen Kunden wohl damit gerühmt, dass sein Vorgehen eng mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) abgestimmt sei. Unterdessen läuft am Freitag die Frist der Unionsfraktion für die „Ehrenerklärung“ ihrer Mitglieder ab.

Drei Abgeordnete innerhalb einer Woche – und das nur wenige Tage vor zwei wichtigen Landtagswahlen. Die Masken-Affäre bringt CDU und CSU in arge Bedrängnis. Erst am Donnerstag war Hauptmann zurückgetreten. Immerhin, so hätte man bisher sagen können, steht bei dem Thüringer Abgeordneten „nur“ der Verdacht im Raum, dass er Geld dafür genommen hat, ein gutes Wort für die Regime in Aserbaidschan und Vietnam sowie für Taiwan einzulegen. Doch Medienrecherchen werfen nun den Verdacht auf, dass auch Hauptmann versucht haben könnte, sich über eine Briefkastenfirma in Frankfurt an der Pandemie zu bereichern – und dabei explizit darauf verwiesen hat, dass sein Vorgehen mit Spahn eng abgestimmt sei.

Recherchen des Spiegels zufolge hatte sich Hauptmann nämlich am 22. April von seiner Bundestags-E-Mail-Adresse aus an ein deutschlandweit operierendes Gesundheitsunternehmen gewandt. Den Kontakt habe er demnach vom selben Mittelsmann erhalten wie sein Fraktionskollege Nikolas Löbel. Hauptmann wiederum schrieb in seiner Mail, er befasse sich als Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Bundestages „mit dem Aufbau von verlässlichen Lieferketten“. Dahinter setzte er in Klammern „China, Vietnam, Taiwan“ und betonte, dass er sich dabei eng mit Spahn und seinem Ministerium abstimme, wie Business Insider berichtet. Ein konkretes Angebot habe er dem Unternehmen nicht unterbreitet, schrieb aber, dass er sich eine Rückmeldung wünsche.

Damit hören die Ungereimtheiten aber längst nicht auf, auch ganz konkrete Masken-Angebote soll Hauptmann unterbreitet haben. Bereits kurz zuvor hatte sich der 36-Jährige nämlich laut ARD-Recherchen zufolge zwei Landkreisen in Thüringen „Masken und Mundschutz über Kontakte aus Vietnam“ angeboten. Dazu habe er sich telefonisch an die Landrätin des Kreises Schmalkalden-Meiningen gewandt. Die habe jedoch abgelehnt, weil es erstens günstigere Angebote gegeben habe und zweitens, weil er Vorkasse verlangt haben soll. „Da sagt jeder Kämmerer: Das geht nicht. Kommunen zahlen erst, wenn die Ware da oder eine Dienstleistung erbracht ist“, erklärte der Kreissprecher gegenüber dem MDR. Erfolgreicher war Hauptmann demnach beim Kreis Sonnenberg. Dieser nahm das Angebot Hauptmanns an und kaufte 41.000 Schutzmasken, davon 40.000 OP-Masken zum Netto-Preis von 0,98 Euro sowie 1000 FFP2-Masken zum Nettostückpreis von 6,80 Euro.

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