Grippeimpfstoffe: Keine Blanko-Bestellungen mehr?

, Uhr

Berlin - Das Chaos bei der Versorgung mit Grippeimpfstoffen der vergangenen Saison soll sich nach dem Willen der Bundesländer nicht wiederholen. In der Stellungnahme zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) hat der Bundesrat verschiedene Vorschläge gemacht, die man im Bundesgesundheitsministerium (BMG) wohl gar nicht so schlecht findet. Auch die Abschaffung der Importquote steht nach der Gegenäußerung der Bundesregierung weiter im Raum.

Der Bundesrat hatte die Bundesregierung aufgefordert, „von Doppelregulierungen im Krankenversicherungsrecht zur Wirtschaftlichkeit von Impfstoffen Abstand zu nehmen“. Die europäische Preisreferenzierung sei ausreichend, um die Wirtschaftlichkeit der Impfstoffversorgung zu gewährleisten; Regresse gegenüber Ärzten könnten zu zurückhaltender Vorbestellung und damit späteren Lieferproblemen führen. Insbesondere bei Grippeimpfstoffen sollten Ärzte die volle Höhe des prognostizierten Bedarfs vorbestellen können, ohne dass dies im Rahmen einer nachgelagerten Wirtschaftlichkeitsprüfung aufgegriffen werde.

Die Bundesregierung weist in ihrer Gegenäußerung darauf hin, dass genau diese Forderung mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) bereits umgesetzt werde. Prüfen will das BMG aber, ob man die Hersteller von Grippeimpfstoffen verpflichten kann, die Preis- und Produktangaben bis zum 1. März zu veröffentlichen. Die Ländern hatten darauf hingewiesen, dass Ärzte und Apotheker bereits im März Impfstoffe verbindlich bestellen müssten, die Preise jedoch erst weit nach diesem Zeitpunkt bekannt gegeben würden. Mit Blick auf mögliche Regresse werde zu vorsichtig kalkuliert und darauf gehofft, dass Nachbestellungen möglich seien. Diese hätten jedoch in der vergangenen Saison von den Herstellern nicht in erforderlichem Umfang erfüllt werden können.

Ebenfalls prüfen will die Bundesregierung die Forderung nach einer Abschaffung der Importquote. Im Entwurf zum GSAV ist eine Modifikation vorgesehen, die die Änderungen im Rahmenvertrag abbildet. Der Bundesrat hatte die komplette Streichung gefordert, da sie eine „nicht mehr erforderliche bürokratische Doppelregulierung mit vergleichsweise nur noch geringem Einsparpotenzial“ darstelle. Außerdem sei der Parallelhandel aufgrund komplexer Vertriebswege von einer zunehmenden Zahl von Arzneimittelfälschungsfällen betroffen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr Sicherheit, höhere Kosten
GVWG: Treuhand-Pflicht für Rechenzentren »
Ausgangssperre und Testpflicht an Schulen
Bund legt Vorschlag für Corona-Gesetz vor »
GKV-SpiBu will „Grundfinanzierung“ für Apotheken
GKV: Spahn macht reiche Apotheken reicher und arme ärmer »

Mehr aus Ressort

Gesundheitspolitische Sprecherin der Union
Maag verlässt den Bundestag zum 1. Juli »
Laschet wird Kanzlerkandidat
K-Frage: Söder gibt auf »
Weiteres
E-Rezepte für CallMyApo – und Shop-Apotheke
Zava knackt Millionenmarke»
„Kartenhersteller wahrscheinlich überfordert“
KBV: Komplizierte Signatur verhindert E-Rezept-Einführung»
Datenübermittlung für das E-Rezept
Apotheker sollen für Versender zahlen»
Biosimilars und Covid-Flaute in Kliniken
Roche: Pharma schwach, Diagnostics stark»
Versandapotheke verlässt Marktplätze
DocMorris: Abschied von Idealo und Ebay»
Supermarkt vor Apotheke
Weleda verkauft lose Ware»
Neue arbeitsrechtliche Fragen
Positiver Test als Kurzurlaub»
Testpflicht in Sachsen und Berlin
Laientests nur unter Aufsicht»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Mehr Feuchtigkeit, stärkere Barriere
Ectoin in der Allergiepflege»

Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B