Festpreismodell in Sachsen-Anhalt hinfällig

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Berlin - Nach der Grippesaison ist vor der Grippesaison: Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor kurzem ihre Empfehlung für die Komponenten der saisonalen Vakzine 2019/20 bekanntgegeben hat, kann mit dem Brüten der Ei-basierten Impfstoffe begonnen werden. Bislang sollten in Sachsen-Anhalt und der Region Nordost regionale Vereinbarungen einen Engpass verhindern. Weil nun im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) auch die Vergütung der Vakzine geregelt ist, erklärt der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt die in der Grippeimpfstoffvereinbarung festgelegten Abrechnungspreise für hinfällig.

Zum 1. Mai soll das TSVG in Kraft treten. Das Gesetz sieht eine Regelung der Vergütung für die saisonalen Grippeimpfstoffe vor. Apotheker sollen künftig mit einem Euro pro Impfdosis und maximal 75 Euro pro Verordnungszeile zuzüglich Mehrwertsteuer vergütet werden. Die Hersteller sollen einen einheitlichen Abgabepreis sicherstellen, auf den dann die festgelegten Aufschläge berechnet werden können. Denn es gilt die Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV). Weil finanziell ein fester Rahmen steht, ist die Apotheke aus der Haftung raus. Außerdem wird die Versorgung auf mehrere Beine gestellt und könnte den Markt entspannen.

„Mit dem Inkrafttreten des TSVG werden die in unserer Grippeimpfstoffvereinbarung mit den gesetzlichen Krankenkassen vereinbarten Abrechnungspreise hinfällig.“ Es gelte dann der gesetzliche Abrechnungspreis für alle Grippeimpfstoffe, somit entfällt die Frage der Wirtschaftlichkeit, denn alle zugelassenen Vakzine wären wirtschaftlich gleichgestellt. Auch die Herstellerrabatte werden durch das Inkrafttreten des TSVG unzulässig, teilt der LAV mit.

In der vergangenen Saison setzte man in Sachsen-Anhalt analog zur Region Nordost (Berlin, Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern) auf ein Festpreismodell. Die regionalen AOKen hatten mit den jeweiligen Apothekerverbänden Vereinbarungen getroffen. 10,95 Euro wurde pro Impfdosis vereinbart. Die Regionen waren in der Saison 2018/19 nicht von den regionalen Versorgungsproblemen betroffen.

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