Terminservice- und Versorgungsgesetz

Becker: Impfstoffhonorar „ärgerlich und ungerecht“ Tobias Lau, 15.03.2019 13:21 Uhr

Berlin - Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Fritz Becker, begrüßt das gestern verabschiedete Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) größtenteils. Es gebe darin „etliche Punkte, mit denen wir wirklich zufrieden sein können“. Nicht dazu gehört allerdings die Vergütung bei Impfstoffen. Die kritisiert er als wenig hilfreich für die Versorgung und prognostiziert, dass das Thema bald wieder auf der Tagesordnung stehen wird.

Becker lobt die Erweiterung der Kompetenzen des Nacht- und Notdienstfonds (NNF); die Apotheker hätten nun die Möglichkeit, ihn mit zusätzlichen Aufgaben zu betrauen. „Jetzt können wir den Fonds nutzen, um die Gelder auszuzahlen, die den Apotheken zustehen, wenn sie sich für den Betrieb der Telematikinfrastruktur rüsten“, so Becker. Diese Erweiterung war im Vorfeld umstritten gewesen, der GKV-Spitzenverband hatte den Passus im Gesetzesentwurf als „Blankoscheck“ kritisiert.

Auch die Neuregelungen zu Hilfsmitteln findet Beckers Zustimmung. Mit diesen könne man „das Arbeiten der Apotheken im Hilfsmittelbereich einfacher machen“, sagte Becker. Mit dem Gesetz werden unter anderem Hilfsmittelausschreibungen abgeschafft. Doch damit endet Beckers Lobrede. Denn „nicht zufrieden“ sei der DAV mit der Impfstoffregelung. „Wir haben sprichwörtlich bis zu letzten Minute mit der Politik darüber gestritten“, so Becker. Die Regelung sieht vor, dass Apotheker pro Dosis künftig 1 Euro bekommen. Verträge oder Vereinbarungen zwischen Landesapothekerverbänden und Herstellern darf es nicht mehr geben. Pro Verordnungszeile dürfen Impfstoffe für maximal 75 Euro gelistet sein.

„Das ist tolerabel, wenn ein Arzt pro Zeile nur eine begrenzte Zahl von Impfdosen ordert“, so Becker. Bei großvolumigen Bestellungen hingegen werde der Aufwand, den die Apotheke mit der Vorfinanzierung und dem etappenweisen Beliefern der Arztpraxen habe, „bei weitem nicht abgebildet“. Zwar gehe es beim Impfen bundesweit nur um ein geringes Vergütungsvolumen, dennoch sei die neue Regelung „im Einzelfall ärgerlich und ungerecht“. Die Versorgung werde durch sie wohl kaum verbessert. „Deshalb gehe ich davon aus, dass wir das Thema bald wieder auf der Tagesordnung haben.“

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