Gassen: GKV-Spitzenverband liefert „Fake-News“

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Berlin - Nicht nur die Apotheken nimmt der GKV-Spitzenverband gerne aufs Korn. Auch gegen die niedergelassenen Ärzte wird im Rahmen der Lobbyarbeit gerne ausgeteilt. In der Debatte um das Terminservice-Gesetz (TSVG) wartet der Kassenverband mit einer Forsa-Umfrage auf, wonach jede vierte Einzelpraxis weniger als 25 Wochenstunden Sprechzeiten anbietet. „Fake-News“ schimpf der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen. Die Zahlen seien „nicht repräsentativ“ und „irreführend“.

„Solche Erhebungen sind eine Verschwendung von Versichertengeldern mit dem Ziel der Irreführung, kurzum Fake-News. Jetzt leider auch in Deutschland!“, reagierte Gassen auf die Zahlen des GKV-Spitzenverbands. „Das Ganze ist nicht nachvollziehbar“, sagte Gassen weiter. Verwundert zeigte er sich darüber, dass überhaupt Angaben zu Praxen enthalten sind, die weniger als 25 Sprechstunden in der Woche anbieten. „Offenbar kennen die Kassenfunktionäre ihre eigenen Vereinbarungen nicht. Im Bundesmantelvertrag ist eine Mindestzeit von 20 Wochenstunden aufgeführt“, so der KBV-Chef.

„Die Praxen, die weniger als 20 Wochenstunden angegeben haben, gibt es nur sehr wenige. Und hier muss in jedem Fall hinterfragt werden, woran das liegt. Sprechstundenzeiten sind ja nicht gleichzusetzen mit Behandlungszeiten für Patienten. Wenn ein niedergelassener Kollege viele Operationen und Untersuchungen durchführt, kann er logischerweise weniger Sprechzeiten anbieten.“ Sowohl die KBV als auch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hätten kürzlich sehr viel umfassendere und repräsentative Befragungen von Praxen zu deren Sprechzeiten durchgeführt.

Der GKV-Spitzenverband hatte Forsa in diesem Sommer mit einer Umfrage unter Ärzten beauftragt. Danach haben niedergelassene Haus- und Fachärzte im Schnitt 29 Stunden pro Woche Sprechzeit für Kassenpatienten. Die Spanne reiche dabei von rund 27 Wochenstunden bei HNO-Ärzten über rund 28 Wochenstunden bei Orthopäden, Augen- und Kinderärzten sowie 29 Wochenstunden bei Gynäkologen bis zu etwas über 30 Wochenstunden bei Hausärzten. Die Angaben beziehen sich jeweils auf die durchschnittlichen Sprechstunden pro Woche inklusive Hausbesuchen in den befragten Einzelpraxen mit Vollzulassung.

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