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600 Millionen Euro mehr für Heilmittelerbringer Lothar Klein, 05.12.2018 12:44 Uhr

Berlin - 600 Millionen Euro sollen die Krankenkassen nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab kommendem Jahr für die Bezahlung der circa 140.000 in Deutschland in Praxen arbeitende Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Podologen und Diätassistenten ausgeben. Damit sollen die monatlichen Gehälter der Heilmittelerbringer im Durchschnitt um circa 350 Euro steigen. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium liegen die Arbeitsentgelte dieser Heilberufe mit 2000 bis 2500 Euro Brutto in ambulanten Praxen deutlich unter anderen Gesundheitsfachberufen.

„Es war in der Vergangenheit für diese schwierig, berechtigte Forderungen durchzusetzen“, sagte Spahn. Vor allem in der Physiotherapie gebe es bereits Fachkräftemangel. Als Grund für die unterdurchschnittliche Arbeitsentgelte gilt unter anderem die bisher übliche Anbindung an die Grundlohnentwicklung. Außerdem werden die Gehaltsverhandlungen der Heilmittelerbringer auf regionaler Ebene mit den Krankenkassen geführt. Dabei sei von den Kassen „auf Zeit gespielt“ worden, so Spahn.

Die jetzt vorgesehenen Verbesserungen sollen noch im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) verabschiedet werden und am 1. April 2019 in Kraft treten. Die Verhandlungen mit den Kassen sollen ab dann bundesweit von den Vertretern der Heilberufe mit den Kassen geführt werden. Dabei soll der wachsende Bedarf einer wohnortnahen Versorgung und die berechtigten wirtschaftlichen Interessen berücksichtigt werden. Einbezogen werden soll der Aufwand der Heilmittelerbringer für die notwendigen Vor- und Nachbereitung der Behandlungseinheiten.

Um eine gemeinsame Ausgangsbasis für die Vertragsverhandlungen auf Bundesebene zu schaffen, werden ab April 2019 einmalig und bundesweit die Höchstpreise für Heilmittelleistungen vereinheitlicht. Dazu werden die Preise für die verschiedenen Leistungspositionen jeweils bundeseinheitlich auf den höchsten von einer Krankenkasse gezahlten Preis angehoben. Außerdem erhalten die Heilmittelerbringer größerer Entscheidungsbefugnis im Rahmen von Blankoverordnungen. Kassen und Heilberufe müssen dazu bis März 2020 Indikationen vereinbaren, bei denen die konkrete Auswahl der Heilmittelleistung, die Behandlungsfrequenz und -dauer jeweils durch die Heilberufe entschieden wird.

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