FFP2-Masken: Mehr als 500.000 Menschen gehen leer aus

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Berlin -

Nach den Risikopatienten können sich nun auch Bezieher*innen von Arbeitslosengeld II (ALGII) mit einem entsprechenden Schreiben kostenlose Masken in der Apotheke abholen. Vergessen wurden bei der Verteilaktion jedoch offenbar Erwerbsgeminderte mit Grundsicherung – ihnen stehen derzeit keine kostenlosen Masken zu. Nach Angaben des „Tagesspiegel“ sind rund 500.000 Menschen betroffen.

Sozialschwache sollen von der Bundesregierung in Form von kostenlosen Masken unterstützt werden. Mittlerweile flattern erste Briefe in die Apotheken, mit denen sich die Bezieher*innen von ALGII ihre kostenlosen Masken abholen können. In der vergangenen Woche hatte es bereits massive Kritik an dem Vorgehen gegeben – denn auch Kinder der Bedarfsgemeinschaft können die Masken erhalten – und das, obwohl für sie nicht einmal passende Masken in entsprechender Menge zur Verfügung stehen und das Tragen aus ärztlicher Sicht nicht immer empfohlen wird.

Keine Masken bei Grundsicherung

Nun gibt es offenbar erneut Probleme: Denn eine große Gruppe von Menschen wurde bei der Verteilaktion nicht berücksichtigt. Erwerbsgeminderte mit Grundsicherung erhalten keine kostenlosen Masken. Häufig sind sie jedoch finanziell sehr schlecht gestellt, denn aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung sind sie dauerhaft und vollständig erwerbsgemindert und deshalb auf die Grundsicherung angewiesen.

Doch warum erhält diese Gruppe keine Masken? Das hat offenbar einen praktischen Grund, wie eine Anfrage beim Bundesgesundheitsministerium (BMG) ergab: Denn die Krankenkassen, die bereits die Koordination der Masken für über 60-Jährige übernommen hatten, konnten relativ schnell auch die Daten der ALG-II-Beziehenden ermitteln und so den Versand der Schreiben organisieren. Von Seiten des BMG sei es darum gegangen, „schnell zu handeln und die Masken unkompliziert einem breiten Personenkreis von bedürftigen Menschen zur Verfügung zu stellen“.

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