Kassen: Apotheker müssen informieren

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Berlin -

Die Absenkung der Festbeträge wird morgen in den Apotheken zu vielen Diskussionen führen. Denn für viele bisher befreite Präparate fallen wieder Zuzahlungen an. Der GKV-Spitzenverband rät allen Kassenpatienten, ihren Apotheker gezielt nach Medikamenten ohne Eigenbeteiligung zu fragen. Dafür würden diese schließlich bezahlt.

Häufig gebe es für Patienten die Möglichkeit, auf andere Produkte oder Wirkstoffe umzusteigen. So gebe es individuelle Verträge zwischen Krankenkassen und Pharmaunternehmen, die zur Zuzahlungsbefreiung führten. Deshalb empfiehlt der GKV-Spitzenverband, in der Apotheke nach Alternativpräparaten zu fragen. „Auch für diese Beratung werden die Apotheker von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.“

Außerdem spielen die Kassen den schwarzen Peter der Industrie zu: Die Anzahl der zuzahlungsbefreiten Medikamente ändere sich seit Jahren, aufgrund der häufigen Preisänderungen der Hersteller teilweise sogar im 14-Tages-Rhythmus. „Je nachdem, wie die Pharmaunternehmen in den nächsten Wochen und Monaten die Preise festlegen, sind mehr oder weniger Medikamente von Zuzahlungen befreit.“

Mit Inkrafttreten der Regelung im Juli 2006 waren rund 2100 Präparate von der Zuzahlung befreit, im Mai 2008 waren es knapp 13.000. Seitdem stürzt diese Zahl mit jeder Festbetragsanpassung ab, um sich dann über die Zeit zumindest teilweise zu erholen. Seit 2010 sinkt die Zahl in der Tendenz; jetzt wird ein neuer Tiefstand seit Herbst 2007 erreicht.

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