Zuzahlung frisst Apothekenmarge

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Berlin -

Ein Deckel für das Apothekenhonorar stand auf dem Forderungskatalog des GKV-Spitzenverbands zur Bundestagswahl. Doch neben dem offiziellen Polemikpapier gibt es einen ernst gemeinten Wunschzettel. Auf dem hatten die Kassen notiert, dass der Erstattungspreis doch bitte endlich für die Berechnung der Handelsmargen zugrunde gelegt werden soll. Der Bitte kommt die Große Koalition jetzt nach – nur dass neben Apotheken und Großhändlern im Einzelfall auch die Kassen Verlierer sein könnten.

Die Sache ist einigermaßen komplex. Seit 2011 müssen Hersteller und GKV-Spitzenverband über die Preise für neue Arzneimittel mit Zusatznutzen verhandeln; künftig soll dabei mindestens ein Kassenvertreter dabei sein.

Um im EU-Vergleich besser dazustehen, hat die Industrie durchgesetzt, dass der Listenpreis unverändert bleibt. Abzüglich des ausgehandelten Abschlags ergibt sich so der Erstattungspreis, der zwar nicht ganz, aber eben noch ein bisschen geheim ist.

Im März 2012 unterzeichnete der GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung mit den Pharmaverbänden, in der die Details zum Verfahren geregelt wurden. Darin hieß es unter anderem: „Der Apothekenverkaufspreis ermittelt sich unabhängig vom Erstattungsbetrag auf Grundlage des Abgabepreises des pharmazeutischen Unternehmers (ApU).“

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