Bürgertests: Apotheken fürchten Ansturm und Engpass | APOTHEKE ADHOC
Nachfrage groß, Liefersituation angespannt

Bürgertests: Apotheken fürchten Ansturm und Engpass

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Berlin -

Ab kommender Woche soll es wieder Bürgertests für jedermann geben. Die Apothekenteams finden die Rückkehr zur kostenlosen Testung sinnvoll – rechnen aber mit massiven Problemen, wie eine aktuelle Umfrage von aposcope zeigt.

85 Prozent der befragten Apotheker:innen und PTA finden es gut, dass es ab kommender Woche wieder kostenlose Bürgertests in Deutschland geben soll. Dies sei eine sinnvolle Maßnahme zur Eindämmung des Pandemiegeschehens, so die Umfrageteilnehmer:innen.

Tatsächlich rechnen mehr als zwei Drittel der Befragten mit einem Ansturm auf die Testzentren ab kommender Woche (68 Prozent). Jede dritte Apotheke will sich laut Umfrage ab kommender Woche beteiligen, indem sie Schnelltests und/oder überwachte Selbsttests unter Aufsicht anbietet. 56 Prozent wollen nicht mitmachen, 9 Prozent sind noch unentschieden.

Zum Vergleich: 43 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Apotheke bis zum 11. Oktober PoC-Antigen-Schnelltests durchgeführt hat, 55 Prozent waren auch damals nicht dabei. Aktuell testen noch 28 Prozent der Apotheken, pro Tag werden in den meisten Fällen zwischen 15 und 20 Tests durchgeführt, der Preis liegt im Durchschnitt bei 15 Euro. 70 Prozent beteiligen sich derzeit nicht an den Tests für Selbstzahler.

Jede zweite Apotheke, in der getestet werden soll, will den erwarteten Ansturm mit eigenen Mitarbeiter:innen bewältigen (51 Prozent), 39 Prozent wollen externes Personal dazu holen. Deutlich seltener angeboten werden übrigens Abstriche für PCR-Tests (6 Prozent) und Antikörpertests (4 Prozent).

11,50 Euro sind zu wenig

Eine Mehrheit von 69 Prozent ist der Meinung, dass die Vergütung für die Durchführung von PoC-Antigen-Schnelltests erhöht werden sollte. Aktuell sind vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) analog zur ersten Runde 8 Euro je Test zuzüglich 3,50 Euro für das Material vorgesehen.

Engpässe und Preisanstieg

Allerdings erwarten zwei von drei Befragten, dass es bei der Wiedereinführung der kostenlosen Bürgertests zu Problemen kommen wird, da nicht genügend Schnelltests in Deutschland zur Verfügung stehen (65 Prozent). Ähnlich viele Teilnehmer:innen rechnen in der Folge mit Lieferengpässen (68 Prozent).

Schon jetzt bewerten 30 Prozent die Liefersituation als angespannt, 58 Prozent sehen diesbezüglich allerdings noch keine Probleme, 62 Prozent haben nach eigenem Bekunden derzeit ausreichend Schnelltests an Lager. 55 Prozent der Teilnehmer:innen, die Schnelltests bestellen, haben in dieser Woche noch einmal geordert, weitere 14 Prozent planen dies akut. Eine deutliche Mehrheit von 81 Prozent geht nämlich auch davon aus, dass die Einkaufspreise anziehen werden.

45 Prozent gaben aber auch an, dass sie nach den jüngsten Berichten über ungenügend bewertete Schnelltests auf größere Bestellungen verzichten. Immerhin: Dass vorrätige Schnelltests nicht mehr verwendet werden können, weil sie von den Behörden als unzureichend eingestuft wurden, kommt eher selten vor (14 Prozent).

37 Prozent der Apotheken beziehen die Tests laut Umfrage direkt beim Hersteller, 34 Prozent über den Großhandel. 27 Prozent kaufen bei anderen Zwischenhändlern ein.

Die Dramatik der aktuellen Lage ist den Apothekenteams sehr bewusst: 71 Prozent rechnen damit, dass noch mehr als 100.000 tägliche Neuinfektionen in Deutschland erreicht werden.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 11. November insgesamt 308 verifizierte Apotheker:innen und PTA teil.

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