Bayern: Telemedizin verbessert Diabetes-Versorgung

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Berlin - Die engmaschige ärztliche Überwachung von Diabetes-Patient:innen mittels Telemedizin verbessert deren therapeutische Versorgung. Zu diesem Ergebnis gelangte ein gemeinsames Projekt des bayerischen Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Knapp 100 Patient:innen hatten ein halbes Jahr lang ihre Blutzuckerwerte automatisch an ein zentrales Portal gesendet, auf das die Ärzt:innen zugreifen konnten.

„Das von uns geförderte Digitalisierungsprojekt der KVB zeigt, dass Patientinnen und Patienten mit einer Diabetes-Erkrankung von einer engmaschigen Betreuung via Telemedizin profitieren“, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse. Auch die Arbeit der Diabetologen werde dadurch effizienter.

13 von ihnen in zwölf diabetologischen Schwerpunktpraxen hatten an dem Projekt teilgenommen, das vom Berufsverband niedergelassener Diabetologen in Bayern (bndb) unterstützt wurde. Knapp 100 Patient:innen mit unzureichender Glukosekontrolle (HbA1c ≥ 7,5 %) hatten dabei sechs Monate lang automatisiert ihr Glukoseprofil in ein Portal geladen. Die Diabetologen konnten diese Daten jederzeit und räumlich unabhängig einsehen und als Grundlage für eine fundierte Therapieempfehlung auswerten. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass ein konsequentes Monitoring in Kombination mit einer individuellen und telemedizinisch unterstützten ärztlichen Betreuung maßgeblich dazu beitragen kann, den Stoffwechsel von Menschen mit Diabetes mellitus zu verbessern beziehungsweise zu stabilisieren, erklärt das Institut für angewandte Versorgungsforschung (Inav), das das Projekt begleitet hat und evaluiert.

Die Evaluation sollte demnach untersuchen, ob die Versorgung von Patient:innen mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 sowie intensivierter Insulintherapie mittels Telemedizin zu einer Verbesserung der glykämischen Stoffwechsellage führt. Primärer Endpunkt war der HbA1c-Wert. Als sekundäre Fragestellungen untersucht das Inav Zusatzkosten der Intervention, weitere Indikatoren zur glykämischen Stoffwechselsituation, die Umsetzbarkeit des Ansatzes im Praxisalltag und im Alltag der Betroffenen sowie die Therapiezufriedenheit der Patient:innen.

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