Neue Nationale Versorgungsleitlinie Diabetes

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Berlin - Die neue Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes ist erschienen. In den beiden Kapiteln „Medikamentöse Therapie des Glukosestoffwechsels“ und „Partizipative Entscheidungsfindung und Teilhabe in allen relevanten Lebensbereichen“ wird die bestmögliche sektorenübergreifende Versorgung von Diabetikern beschrieben. Basis der Therapie bleiben weiterhin die nichtmedikamentösen Maßnahmen.

In Deutschland leben rund acht Millionen Menschen mit Diabetes. Die Erkrankung kann unbehandelt oder unzureichend behandelt schwerwiegende Folgen haben. Zu den Begleiterkrankungen gehören beispielsweise das diabetische Fußsyndrom, Netzhautkomplikationen, Nierenerkrankungen, kardiovaskuläre Beeinträchtigungen, Neuropathien und psychische Symptome. Viele dieser Spätfolgen können durch eine erfolgreiche Therapie gemildert werden. Die dauerhafte Lebensumstellung muss für die Patienten zur Gewohnheit werden. Auch die neue Nationalen Versorgungsleitlinie Typ-2-Diabetes weist darauf hin, dass Medikamente alleine keine adäquate Diabetes-Therapie darstellen.

Nichtmedikamentöse Basis

Auch in der aktualisierten Fassung stellt die nichtmedikamentöse Behandlung die Basis eines Diabetes dar. Hierzu zählen neben speziellen Schulungen zum Krankheitsbild auch ein individuelles Gewichtsmanagement, eine Ernährungstherapie und die körperliche Bewegung im Alltag. Regelmäßige Spaziergänge oder kleine Radtouren reichen häufig schon aus, um in einem ersten Schritt eine Verbesserung der Blutzuckerwerte zu erfahren.

Gemeinsame Therapieziele

Generell gilt, dass Therapieziele nicht über Nacht erreicht werden können und nur in Absprache und mit Zustimmung des Patienten erreicht und dauerhaft gehalten werden können. Häufiger als alle drei bis sechs Monate sollte das Erreichen der Therapieziele nicht kontrolliert werden. Werden die Ziele wiederholt nicht erreicht, gilt es herauszufinden, woran es liegt. Die individuellen Ziele sollten in drei Kategorien eingeteilt werden: Übergeordnete Lebensziele, funktionsbezogene Ziele (Gehstrecke verlängern) und krankheitsbezogene Ziele (z.B. Schmerzen lindern). Nach dem „Top-down-Ansatz“ sollte im Beratungsgespräch mit den übergeordneten Lebenszielen begonnen werden. Diese Unterteilung und strukturierte Vorgehensweise hilft vielen Patienten dabei, die Therapie fortlaufend wahrzunehmen.

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