Zukunft der Diabetes-Therapie

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Berlin - Solange die Bauchspeicheldrüse noch funktioniert gibt es zahlreiche Therapieoptionen. Den Grundstein bildet weiterhin der Lebensstil – Ernährung und Bewegung führen zu einer dauerhaften Senkung des Blutzuckers. Doch auch die Kontrolle und frühzeitige Prävention sind unabdingbar. Durch Aufklärung und eine hohe Therapieakzeptanz kann ein manifester Diabetes verhindert werden. Die zukünftige Diabetestherapie sollte deshalb vor allem personalisiert sein. Im Zuge der besseren Compliance und Verfolgung der Therapieziele sollte zudem eine Digitalisierung der Therapie erfolgen.

Diabetes kann als Volkskrankheit bezeichnet werden. In Deutschland leiden circa 7,2 Prozent der Erwachsenen bis 79 Jahren an Diabetes mellitus. Dabei entfallen rund 90 Prozent davon auf den Typ-2-Diabetes. Doch erhöhte Blutzuckerwerte allein sind keine Einbahnstraße.

Klassische Diabetikerkarriere

Diabetes ist, insofern es sich um Typ-2 handelt, eine schleichende Erkrankung. Aktuell geht man davon aus, dass rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland mit unerkanntem Diabetes leben. Nicht nur aufgrund des demografischen Wandels werden die Erkrankungszahlen zunehmen. Auch der veränderte Lebensstil trägt zu einer früheren Entstehung der Zuckerkrankheit bei. Berechnungen zufolge könnte die Anzahl der Menschen mit Typ-2-Diabetes in Deutschland bis 2040 auf bis zu 12,3 Millionen ansteigen. Durchbricht man die bisher klassische Diabetikerkarriere, so könnte die zukünftige Gesamtzahl an Diabetikern gesenkt werden.

Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel und Fehlernährung – diese vier Punkte sind neben dem Alter und der genetischen Disposition die größten Einflussfaktoren. Umgekehrt ausgedrückt: Gesunde Ernährung und ein ausreichend aktiver Lebensstil können einem zu hohen Blutzucker entgegenwirken. Um die klassische Diabetikerkarriere von anfänglicher Fehlernährung, über Übergewicht, bis hin zur Insulinpflicht zu durchbrechen gilt es also frühestmögliche Prävention zu betreiben.

Prävention auf allen Ebenen

Diabetes tut nicht weh, zumindest nicht zu Beginn der Erkrankung. Für viele Betroffene sind Spätfolgen wie der diabetische Fuß, die Retinopathie oder das erhöhte Risiko für Nierenschäden nur schwer greifbar. Umso wichtiger ist es, die bevölkerung frühzeitig aufzuklären. Zum einen über allgemeine Kampagnen, zum anderen individuell auf allen Ebenen des Gesundheitswesens. Die Allgemeinmediziner und Fachärzte sollten regelhaft zusammenarbeiten. Digitale Technologien können die gemeinsame Therapie unterstützen. Um in der Zukunft Patientendaten gemeinsam besser nutzen zu können fordern Mediziner datenschutzkonforme Open-Source-Lösungen. Durch technische Unterstützung sei eine engmaschigere Therapie ohne stark erhöhten Dokumentationsaufwand möglich. Einmal dokumentierte Therapiefortschritte könnten von allen Beteiligten eingesehen werden. In einem weiteren Schritt könnte auch die Apotheke miteingeschlossen werden. Apotheker:innen und PTA begleiten die Patienten zum Teil auf eine andere Art und Weise, als die Ärzte. Im Handverkauf werden oftmals weitere Probleme oder Alltagsherausforderungen angesprochen. Auch die Apotheke könnte für eine ganzheitlichere Versorgung in den digitalen Dialog mit den Praxen treten.

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