Hecken geht Homöopathie an

, Uhr aktualisiert am 29.08.2016 14:35 Uhr
Berlin -

Josef Hecken, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) will Homöopathie als Satzungsleistung der Krankenkassen verbieten. Das sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Von der Industrie erntet er dafür harsche Kritik.

Einige Krankenkassen erstatten die Kosten für homöopathische Arzneien. Hecken will das verbieten lassen: „Es sollte den Kassen untersagt werden, Dinge zu bezahlen, für die es keine Evidenz gibt“, sagt er der FAZ. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs müsse eine homöopathische Therapie auch Selbstzahlern untersagt werden können, solange die Wirksamkeit nicht mit Studien belegt worden sei, fordert der G-BA-Vorsitzende laut Bericht. Schließlich gehe es hier „nicht um Befindlichkeiten, sondern um Menschenleben“.

Auf seinem Facebookprofil erklärt Hecken seinen Vorstoß so: „Ich möchte mit diesem Beitrag bewusst eine breite Debatte provozieren: Das Kernanliegen ist, dass bei schweren Erkrankungen mit bedrohlichen Verläufen Patienten durch Heilsversprechen ohne Nutzennachweis nicht von sinnvollen und evidenzgestützten schulmedizinischen Therapieoptionen abgehalten werden. Hier müssen wir Patienten vor 'Versprechen' schützen, die nicht nur nichts wert sind, sondern oft ins Verderben führen, weil die Krankheit progredient verläuft und der Zeitverlust nicht mehr aufgeholt werden kann.“

Hecken spielte auf den Vorfall einer alternativen Krebspraxis am Niederrhein an: Nach dem Tod von drei Patienten wurden Rufe nach Einschränkungen für die Behandlung durch Heilpraktiker laut. Der CDU-Abgeordnete und Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, sprach sich gegenüber der FAZ dafür aus, die Regelungen des Heilpraktikerwesens völlig neu zu bedenken.

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