Ärzte: Apotheker nicht qualifiziert genug für Impfungen

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Berlin -

Die ärztlichen Standesvertretungen schießen weiter gegen die Modellprojekte zu Grippeschutzimpfungen in Apotheken. Damit scheinen sie Haltung ihrer Mitglieder adäquat zu vertreten: Einer aktuellen Umfrage zufolge lehnt die übergroße Mehrheit der Ärzte Impfungen in Apotheken ab. Dafür spricht sich eine andere Mehrheit für ein erweitertes Dispensierrecht aus.

Die Mehrheit der Ärzte hält Apotheker für nicht qualifiziert genug, eine Grippeschutzimpfung durchzuführen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Ärztenachrichtendienstes hervor: 1094 Haus- und Fachärzte hatte der gefragt, wie sie zu Grippeimpfungen in Apotheken stehen. 91 Prozent gaben demnach an, dass sie die Idee kategorisch ablehnen. In einem Freitextfeld konnten sie sich zudem äußern, warum sie diese Meinung vertreten: Die Apotheker seien medizinisch nicht für diese Tätigkeit ausgebildet. Sie setze schließlich voraus, dass Indikationen und Kontraindikationen korrekt bewertet werden können, argumentieren die befragten Ärzte demnach mehrheitlich.

Apotheker seien im Extremfall auch nicht in der Lage, bei unerwartet auftretenden Komplikationen wie schweren allergischen Reaktionen medizinisch angemessen zu handeln. Das Impfen sei eine grundlegend ärztliche Aufgabe, so der Tenor laut Ärztenachrichtendienst. Was die Ärzte laut dem Nachrichtendienst nicht als Grund angaben: den möglichen Honorarverlust. Entweder ist das Impfen finanziell für die Ärzte nicht mehr relevant oder sie sind sich im Klaren, dass das Honorar als Argument gegen eine Übertragung der Aufgaben nicht taugt.

Die gerade einmal 9 Prozent der Befürworter weisen genau das zurück: Impfen sei „kein Hexenwerk“, heißt es da. Deshalb könnten auch andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen einbezogen werden, wenn es entsprechende Notfallpläne und den schnellen Draht zum Arzt gibt. Auch auf eines der Hauptargumente für die Erweiterung des Impfangebots geben die Ärzte wieder: In strukturschwachen Gegenden könnten impfende Apotheker die wenigen vorhandenen Ärzte unterstützen und zum Aufbau eines niederschwelligen Impfangebots beitragen. In anderen Ländern funktioniere das ebenfalls.

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