Die Abda will sparen – allerdings sieht sie dafür momentan wenig Spielraum. Um die Mehrbelastung für die Mitgliedsorganisationen so gering wie möglich zu halten, sollen Überschüsse aus den vergangenen Jahren genutzt werden. An einer Beitragssteigerung führt aber auch im kommenden Jahr kein Weg vorbei. Einige Kammerbezirke sind stärker betroffen als andere.
Die Abda will im kommenden Jahr 24,9 Millionen Euro als Beiträge von den Kammern und Verbänden vereinnahmen, das sind 344.000 Euro mehr als in diesem Jahr. Je nach Umsatzsteuerstatistik trifft der Anstieg um durchschnittlich 1,4 Prozent einige Kammerbezirke stärker, andere weniger stark: In Mecklenburg-Vorpommern werden 4 Prozent mehr fällig, die sich Kammer und Verband teilen müssen. Es folgen Berlin (3,5 Prozent), Bayern (3 Prozent), Hessen (2,9 Prozent) sowie Brandenburg und das Saarland mit 2,8 Prozent. In Baden-Württemberg bleibt es beim Vorjahresbetrag (plus 0,3 Prozent) – Sachsen-Anhalt (minus 1,7 Prozent) und Niedersachsen (minus 2,3 Prozent) müssen sogar weniger Geld zahlen.
Die Gesamteinnahmen sollen unverändert 28 Millionen Euro betragen, hier kommen unter anderem 2,2 Millionen Euro aus der Vermögensverwaltung hinzu, also vor allem Ausschüttungen der Avoxa. Dieser Betrag wird jedoch gegenüber 2024 um rund 400.000 Euro gekürzt und soll weiter auf 2 Millionen Euro zurückgefahren werden. 2024 waren 3,5 Millionen Euro und 2023 sogar 4 Millionen Euro geflossen. Doch das Geld wird für die Instandhaltungsrücklage benötigt, also für den Unterhalt der eigenen Immobilien.
Allerdings ist das Ganze abermals ein Kompromiss, denn die Ausgaben wachsen weiter: Der Personalaufwand steigt um 385.000 Euro auf 16,3 Millionen Euro (plus 2,4 Prozent), wobei unverändert mit 130 Stellen geplant ist. Eigentlich hatte die Abda im Frühjahr zwei neue Stellen für „Referenten Verhandlungen Apothekenvergütung“ ausgeschrieben.
Der Sachaufwand liegt mit 12,7 Millionen Euro nur 84.000 Euro über Vorjahr, allerdings wird auch die Unterstützung des Deutschen Apothekenmuseums von 470.000 auf 300.000 Euro zurückgefahren. Hier ist nämlich noch Geld aus den vergangenen Jahren übrig, das nun genutzt werden soll.
Hier steigen insbesondere die Rechts- und Beratungskosten (588.000 Euro, plus 18 Prozent), unter anderem wegen gestiegener Aufwände für Schieds- und Gerichtsverfahren. 143.000 Euro sind dabei für die Bereiche Politische Strategie und Digitalisierung eingeplant. Die Kommunikationskosten steigen um 83.000 Euro auf knapp 4,1 Millionen Euro; davon entfallen 3,4 Millionen Euro auf Agenturhonorare. Warum die sonstigen Verwaltungskosten um 111.000 Euro beziehungsweise 21 Prozent auf 645.000 Euro steigen, geht aus der Vorlage nicht hervor. Hier sind Sachversicherungen, Datenbanken und Zeitschriften, Büromaterial sowie Telekommunikations- und Bewirtungskosten und Verbrauchsmaterialien verbucht.
Insgesamt steigen die Ausgaben damit um 470.000 Euro oder 1,6 Prozent auf knapp 29 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Defizit von 975.000 Euro, das aus den Rücklagen finanziert werden soll. Zum Vergleich: Im laufenden Jahr muss wohl nur ein Loch von 505.000 Euro auf diese Weise gestopft werden.
Immerhin: Nach der ursprünglichen Planung sollten die Beiträge um 3,9 Prozent steigen, das wären 615.000 Euro mehr gewesen. Allerdings wäre dann der Haushalt nahezu ausgeglichen gewesen, da auch die Kosten um 557.000 Euro niedriger gewesen wären.