2019: Politik schüttelt ABDA durch

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Stichwort Plattform: Während die ABDA sich 2019 mit Abwehrkämpfen befasste, griffen anderen im Apothekenmarkt an. Bereits Ende 2018 gründeten Noweda und Burda den „Zukunftspakt Apotheke“, um den Apothekenmarkt mit einer Handelsplattform erobern. 2019 bauten beide ihre Positionen aus. Noch im Dezember 2018 zogen Gehe, Noventi, Rowa, Sanacorp, Wort & Bild mit der Initiative „Pro AvO“ (Pro Apotheke vor Ort) nach. Seitdem rangeln beide um die Vorherrschaft auf dem Apothekenmarkt mit harten Bandagen. Apotheken Umschau gegen Mylife heißt das Duell auf dem Markt der Apotheken-Zeitschriften. Aber es geht um mehr. Mit internetbasierten Handelsplattformen sollen neue Distributionsmöglichkeiten geschaffen werden, um von der Branche erwarteten Angriffen von Amazon und anderen auf den deutschen Arzneimittelmarkt zuvorzukommen.

Das E-Rezept steht vor der Tür und wird den Apothekenmarkt verändern. Im Januar stimmt 2019 das Bundeskabinett dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) zu. Darin wurden DAV und Krankenkassen verpflichtet, die Vorbereitungen für die Einführung des E-Rezepts zu treffen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Spahn setzte den Apotheken eine Frist zum Anschluss an die TI der Gematik bis zum Herbst 2020. E-Rezept-Modellprojekte entwickelten sich. Zuerst in Hamburg mit der TK, die DocMorris über die Schweizer Zur Rose im Boot hat. Dann folge Gerda in Baden-Württemberg.

Plötzlich sprang auch der DAV auf den E-Rezept-Zug auf: Im Mai stellte Verbandschef Fritz Becker beim DAV Wirtschaftsforum eine eigene WebApp vor, obwohl der DAT nur knapp drei Jahren zuvor noch beschlossen hatte, auf die Entwicklung eigener digitaler mobiler Angebote zu verzichten. Seitdem fordert der DAV von der Politik eine Monopolstellung für das eigen E-Rezept-Tool. Die Entscheidung steht noch aus.

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