Hintertür zur Approbation

Pharmaziestudium: Abkürzung zum Staatsexamen

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Berlin -

Um Pharmazie zu studieren, brauchen Interessierte nicht nur eine große Portion Spaß an Chemie, sondern auch einen guten Abiturdurchschnitt. Dann warten zahlreiche Praktika und Prüfungen, die einen den Studienplatz kosten können. Zumindest das nervenaufreibende erste Staatsexamen können sich Studenten ersparen – wenn sie Quereinsteiger sind. Lässt sich so auch der NC umgehen? So einfach ist es auch nicht.

Nach wie vor sind Staatsexamen und Approbation Voraussetzung, um Apotheker zu werden. Der Bologna-Prozess hat um Fächer wie Pharmazie, Medizin und Jura einen Bogen gemacht. Der „Vollapotheker“ gehört zu den berufspolitischen Grundfesten. Außer in Schweden und Finnland dürfen nirgendwo in Europa Arzneimittel durch einen Pharmazie-Bachelor abgegeben werden.

In den letzten Jahren steigt jedoch die Zahl der fachverwandten Alternativen zum klassischen Pharmaziestudium. So gibt es beispielsweise an der Universität Freiburg seit dem Wintersemester 2009/10 den Studiengang „Pharmazeutische Wissenschaften”, bei dem Studenten nach sechs Semestern einen Bachelor-Abschluss erhalten und im Anschluss den dazugehörigen Master-Studiengang belegen können. An der LMU München kann nach dem gleichen Modell „Pharmaceutical Sciences“ studiert werden, in Kaiserslautern „Angewandte Pharmazie“. Außerdem gibt es als Aufbaustudium zahlreiche Masterstudiengänge, bei denen es sich um Arzneimittel und Apotheke dreht.

Die Bachelor/Master-Studiengänge orientieren sich jedoch – wie die Namen schon sagen – eher an Studenten, die nach dem Abschluss in Wissenschaft oder Industrie arbeiten wollen. Will man in die Offizin, schreibt man sich nach dem Abitur für das klassische Pharmaziestudium ein. Das strikte NC-Verfahren, bei dem allein die Abiturnote entscheidet, wurde in den vergangenen Jahren abgelöst. In Berlin etwa werden nur noch 20 Prozent der Studienplätze an die Jahrgangsbesten vergeben, weitere 20 Prozent sind für Bewerber mit Wartesemestern reserviert. Die restlichen 60 Prozent werden nach einem Auswahlverfahren der Uni verteilt.

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