Masterstudium

„Wir dürfen die Signale der Arbeitgeber nicht ignorieren“

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Berlin -

Die Universität Freiburg bietet erstmals zum Wintersemester 2018/19 im Rahmen des Masterstudiengangs „Pharmazeutische Wissenschaften“ die neue Profillinie „Regulatory Affairs and Drug Development“ an. Absolventen der naturwissenschaftlichen Fächer wie Chemie, Biologie, Pharmazeutischen Wissenschaften und auch der Pharmazie können sich so auf eine Tätigkeit in der pharmazeutischen Industrie spezialisieren.

„Die Arzneimittelindustrie wird für angehende Pharmazeuten zunehmend attraktiver“, sagt Professor Dr. Andreas Bechthold. Der Hochschullehrer führt diesen Zustand insbesondere auf die vielfältigen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten zurück. Vor allem seien die Bereiche der Medikamentenentwicklung und -zulassung sehr populär.

Doch dazu sei die universitäre Ausbildung zum Apotheker nicht konzipiert: „Es besteht eine Lücke zwischen den Einsatzgebieten, die beliebt sind, und den Inhalten, die der Staatsexamens-Studiengang vermittelt“, so der Lehrstuhlinhaber der Pharmazeutischen Biologie und Biotechnologie am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften in Freiburg. Überraschend sei dies nicht, denn seiner Meinung nach bereitet das Pharmaziestudium hauptsächlich auf eine Arbeit in der Apotheke vor.

Doch Pharmazeuten, die in diesen Bereichen der Industrie einstiegen, seien nicht optimal auf ihren Berufsalltag vorbereitet: „Es gibt einen großen Nachholbedarf, was das praktische Arbeiten angeht“, sagt Bechthold. Denn aus Gesprächen mit Fachkräften der Industrie komme häufig der Einwand, dass Pharmazie-Absolventen einiges an Eingewöhnung bräuchten oder zunächst als Trainee starten müssten. „Wir in Freiburg wollen uns nicht länger auf die Traineeships und Weiterbildungen der Arzneimittelhersteller verlassen“, so Bechthold. Bei großen Konzernen seien diese Programme für „Anfänger“ zwar Standard, doch kleine und mittelständische Unternehmen würden dagegen Fachkräfte bevorzugen, die nach kurzer Zeit voll einsetzbar seien. „Wir dürfen die Signale der Arbeitgeber nicht ignorieren.“

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