Parkinsonsmittel

Opicapon: Neuer COMT-Hemmer

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Berlin -

Ein neuer COMT–Hemmer soll zur Behandlung von Parkinsonpatienten im Endstadium zugelassen werden: Ongentys (Opicapon) verlängert die Wirkdauer von Levodopa und verhindert damit motorische Fluktuationen, die mangels Dosissteigerung nicht kontrolliert werden können (End-of-Dose-Fluktuation). Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat bereits grünes Licht gegeben.

Opicapon ist ein peripher und reversibel wirksamer, selektiver COMT-Inhibitor, der in Kombination mit Levodopa und Decarboxylasehemmern (DDCI) wie Carbidopa und Benserazid eingesetzt werden soll. Der Hersteller Bial-Portela will Ogentys als Hartkapsel mit 25 beziehungsweise 50 mg auf den Markt bringen.

Laut einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie mit 590 Patienten reduziert Opicapon in Kombination mit Levodopa bei End-of-dose-Patienten die Dauer der Off-Phasen: In der Dosierung à 50 mg sank die Spanne um 116 Minuten, unter 25 mg um 85 Minuten und unter 5 mg um 91 Minuten.

Damit sind die niedrigeren Dosierungen etwa so wirksam wie Entacapon 200mg (96 Minuten) und deutlich stärker als Placebo (56 Minuten). Die Autoren der im Fachjournal „Lancet Neurology“ veröffentlichten Studie betonen, dass mit Opicapon die Dosis an täglich benötigtem Levodopa reduziert werden könne, was positiv für das Auftreten von motorischen Problemen und anderen unerwünschten Auswirkungen sei und zu einer Optimierung der Therapie führe.

Opicapon wurde gut vertragen; Nebenwirkungen wie Dyskinesien, Schlaflosigkeit und Verstopfung sind in der Regel auf eine erhöhte dopaminerge Aktivität zurückzuführen. In der On-Zeit traten unter Opicapon keine Dyskinesien auf. Auch bezüglich der Beeinflussung der Leber traten keine verstärkten Probleme auf.

Als Mittel der Wahl zur Behandlung der Parkinsonerkrankung gilt die Kombination aus Levodopa/DDCI. Dabei werden zu Beginn der Erkrankung die Hauptsymptome der Erkrankung wie Tremor, Rigor, Gleichgewichtsstörungen und Bradykinese sehr gut vermindert. Allerdings kommt es schon nach kurzer Behandlungszeit zu Abschwächungen der Wirkung.

Insbesondere die motorische Ebene ist betroffen, typische Symptome sind Steifigkeit, Muskelkrämpfe, Verlangsamung oder auch Zunahme des Zitterns. Auf nicht motorischer Ebene.werden vegetative Symptome wie Schwitzen, sensorische Symptome wie Schmerzen und psychische Symptome wie Angst, Apathie, Unruhe und kognitive Schwierigkeiten beobachtet.

Dieses auch als „Wearing off“ bezeichnete Phänomen tritt bei 30 Prozent der Behandelten bereits nach zwei bis drei Jahren und bei fast allen Patienten nach etwa zehn Jahren auf. Ist zunächst ein zeitlicher Zusammenhang zu erkennen – die Fluktuation setzt schon vor der nächsten Levodopa-Einnahme ein – kommt es im Verlauf der Behandlung zu plötzlichen Off-Phasen mit schmerzhaften Muskelkrämpfen. Auch die On-Phasen sind dann häufig durch Überbeweglichkeit charakterisiert; Patienten mit ausgeprägter Off-Symptomatik scheinen besonders von Hyperkinesien betroffen zu sein.

Zunächst lässt sich die Wirkung von Levodopa mit erhöhter Dosis und verkürztem Dosisintervall aufrecht erhalten, später schließen die auftretenden Nebenwirkungen dieses Vorgehen aus.

Deshalb wird beispielsweise ein Dopaminagonist hinzugefügt oder Levodopa wird mit den Dopaminabbau hemmenden Stoffen kombiniert. Dafür kommen MAO-B-Hemmer wie Selegilin und Rasegilin oder COMT-Hemmer in Frage.

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