Nasenbluten wegen Sinupret extract?

, Uhr

Berlin - Mehr Extrakt, mehr Nasenbluten: Von März 2000 bis November 2017 hat die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) insgesamt 18 Berichte zu überwiegend schwerem Nasenbluten unter Sinupret forte und Sinupret extract erhalten. Seit der Markteinführung der „stärkeren“ Variante hätten sich die Meldungen gehäuft.

Fünf Berichte zu Nasenbluten unter Sinupret forte und 13 unter Sinupret extrakt sind bei der AMK eingegangen. Die unerwünschte Arzneimittelwirkung ist bislang weder als Nebenwirkung in der Fach- und Gebrauchsinformation dokumentiert, noch wurde sie in klinischen Studien beobachtet. Die betroffenen Patienten waren zur Hälfte männlich und im Durchschnitt 58 Jahre alt. Nasenbluten wurde bei Patienten zwischen 14 und 83 Jahren gemeldet und in zwei Fällen als „extrem“ beziehungsweise „sehr stark“ beschrieben. In acht Fällen – die zweimal einen Notarzteinsatz zur Folge hatten – wurde die Blutung als „stark“ eingestuft.

Zwei Drittel der Betroffenen berichteten über Nasenbluten bereits am ersten Therapietag. Die Blutungsdauer wurde nur für die Hälfte der Fälle dokumentiert und lag im Durchschnitt 24 Stunden und maximal 72 Stunden, wobei teilweise Unterbrechungen verzeichnet wurden.

Für sieben der 18 Patienten wurde eine Begleitmedikation erfasst. Je zwei Betroffene wurden mit Arzneimitteln mit ätherischen Ölen, nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Levothyroxin behandelt. Vier Patienten gaben eine blutdrucksenkende Begleitmedikation an – von ihnen nahmen zwei zusätzlich Acetylsalicylsäure 100 mg beziehungsweise Metamizol ein. Für einen weiteren Fall wurde eine bedarfsweise Einnahme von Ibuprofen festgehalten.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Chronische Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes
Bayer: Ist Finerenon der neue Blockbuster? »
Nationale Reserve ohne Efluelda
Spahn bestellt Standard-Grippeimpfstoffe »
Weiteres
Trotz erster Impfung vor vier Wochen
Seehofer mit Corona infiziert»
EU kauft 1,8 Milliarden weitere Dosen
19,50 Euro je Dosis: Megadeal für Biontech»
Chronische Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes
Bayer: Ist Finerenon der neue Blockbuster?»
Nationale Reserve ohne Efluelda
Spahn bestellt Standard-Grippeimpfstoffe»
Akne, Neurodermitis & Co.
Welchen Einfluss hat der pH-Wert?»
Hormone, Schwangerschaft & Co.
Dehnungsstreifen: Irreparable Hautschäden»
Ausschlag ohne eindeutige Ursache
Update: Dyshidrose»
Copyright © 2007 - 2021, APOTHEKE ADHOC ist ein Dienst der EL PATO Medien GmbH / Pariser Platz 6A / 10117 Berlin Geschäftsführer: Patrick Hollstein, Thomas Bellartz / Amtsgericht Berlin Charlottenburg / HRB 204 379 B