Änderung der Fachinformation

Cefixim kann Gehirnfunktion stören

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Berlin -

Das Antibiotikum Cefixim kann allgemeine Störungen der Gehirnfunktion hervorrufen. Die Fachinformationen sollen um den Warnhinweis auf das Risiko einer Enzephalopathie ergänzt werden.

Unter der Einnahme des Antibiotikums Cefixim kann es zu Hirnfunktionsstörungen kommen. Das Auftreten von Enzephalopathien ist ein bekannter Klassen-Effekt bei Beta-Laktam-Antibiotika. Besonders gefährdet für eine Cefixim-assoziierte Enzephalopathie sind ältere Patienten. Aber auch Personen mit schwerer Nierenfunktionseinschränkung, sowie Menschen mit vorbestehenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems gehören zur Risikogruppe.

Nebenwirkungen von Cefixim

Der Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) stützt sich auf vorliegende Daten aus Literatur und Spontanberichten. Aufgrund dessen ist er zu der Auffassung gelangt, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen Cefixim und Enzephalopathie zumindest eine begründete Möglichkeit darstellt.

Deswegen sollen die Produktinformationen von Arzneimitteln, die Cefixim enthalten, entsprechend geändert werden. Die Ergänzungen wurden in den Abschnitten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Nebenwirkungen und Überdosierung vorgenommen.

Gestützt wird die Entscheidung durch drei wesentliche Punkte:

  • Bei Patienten traten die Enzephalopathien zeitnah zur Einnahme von Cefixim auf.
  • In einigen Fällen verschwanden die Symptome, nachdem das Medikament abgesetzt wurde (Dechallenge). Als das Medikament erneut eingenommen wurde, kehrten die Symptome zurück (Rechallenge).
  • Es gibt eine biologische Plausibilität, wie das Medikament solche Symptome auslösen könnte.

Woran erkennt man eine Enzephalopathie?

Die Funktionsstörung des Gehirns ruft oft unspezifische Symptome hervor. Diese können schleichend oder akut auftreten. Typische Anzeichen sind:

  • kognitive Störungen wie Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisprobleme oder Orientierungslosigkeit
  • Verhaltensänderungen, wie Persönlichkeitsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Teilnahmslosigkeit oder Unruhe
  • Neurologische Symptome, wie Zittern (Tremor), unwillkürliche Muskelzuckungen, Krampfanfälle oder Koordinationsstörungen
  • im schlimmsten Fall kann eine Enzephalopathie bis zum Koma führen

Bei Verdacht auf entsprechende Symptome ist laut PRAC eine sofortige ärztliche Abklärung sowie gegebenenfalls eine Anpassung der Medikation zwingend erforderlich.

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