Gewitter können während der Pollenflugsaison im Spätfrühling und Sommer allergische Symptome verstärken oder auch erstmalig auslösen. Die Belastung ist insbesondere für Asthmatiker während des Gewitters und kurz danach besonders hoch.
Zieht ein Gewitter auf, sollten sich Pollenallergiker oder Asthmapatienten möglichst in Innenräumen aufhalten. Denn die veränderten Bedingungen für in der Luft befindliche Pollen und Sporen können Auslöser für allergische Symptome sein.
Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die elektrostatische Aufladung während eines Gewitters quellen die Pollen osmotisch auf und können platzen. Dabei werden die allergieauslösenden Bestandteile zerkleinert in die Umgebungsluft geschleudert. Starke Fallwinde transportieren diese großen Mengen an winzigen Partikeln schnell in Bodennähe und somit in die Atemluft.
Weil diese Bruchstücke deutlich kleiner sind als intakte Pollen, können sie beim Einatmen besonders tief in die Bronchien vordringen. In Folge kann die Nasenschleimhaut anschwellen, starker Juck- und Niesreiz oder ein schwerer Asthmaanfall ausgelöst werden. Dabei ist das Risiko etwa bis 30 Minuten nach dem Gewitter am höchsten.
Betroffen sind Menschen mit allergischem Asthma, insbesondere wenn es nicht adäquat behandelt wird, sowie Personen mit Heuschnupfen. Das Problem: Auch Menschen mit Heuschnupfen, die zuvor keine Asthmasymptome hatten, können dadurch schwere Bronchienverengungen erfahren. Ein erhöhtes Risiko lässt sich bei Heuschnupfen-Patienten vorab durch spezifische IgE-Antikörper im Blutserum anzeigen.
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