Symptome werden verstärkt

Gewitterasthma: Belastung für Allergiker 06.06.2026 08:45 Uhr

Berlin - 

Gewitter können während der Pollenflugsaison im Spätfrühling und Sommer allergische Symptome verstärken oder auch erstmalig auslösen. Die Belastung ist insbesondere für Asthmatiker während des Gewitters und kurz danach besonders hoch.

Zieht ein Gewitter auf, sollten sich Pollenallergiker oder Asthmapatienten möglichst in Innenräumen aufhalten. Denn die veränderten Bedingungen für in der Luft befindliche Pollen und Sporen können Auslöser für allergische Symptome sein.

Pollen platzen

Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und die elektrostatische Aufladung während eines Gewitters quellen die Pollen osmotisch auf und können platzen. Dabei werden die allergieauslösenden Bestandteile zerkleinert in die Umgebungsluft geschleudert. Starke Fallwinde transportieren diese großen Mengen an winzigen Partikeln schnell in Bodennähe und somit in die Atemluft.

Risiko nach dem Gewitter

Weil diese Bruchstücke deutlich kleiner sind als intakte Pollen, können sie beim Einatmen besonders tief in die Bronchien vordringen. In Folge kann die Nasenschleimhaut anschwellen, starker Juck- und Niesreiz oder ein schwerer Asthmaanfall ausgelöst werden. Dabei ist das Risiko etwa bis 30 Minuten nach dem Gewitter am höchsten.

Betroffen sind Menschen mit allergischem Asthma, insbesondere wenn es nicht adäquat behandelt wird, sowie Personen mit Heuschnupfen. Das Problem: Auch Menschen mit Heuschnupfen, die zuvor keine Asthmasymptome hatten, können dadurch schwere Bronchienverengungen erfahren. Ein erhöhtes Risiko lässt sich bei Heuschnupfen-Patienten vorab durch spezifische IgE-Antikörper im Blutserum anzeigen.

Vorsichtsmaßnahmen bei Gewitter

  • Betroffene sollten besser in geschlossenen Räumen bleiben.
  • Lässt sich ein Aufenthalt im Freien nicht vermeiden, empfiehlt der Bundesverband der Pneumologen, durch ein Tuch über der Nase einzuatmen und ohne Tuch über den Mund auszuatmen, um die Atemwege zu schützen.
  • Allergiker sollten auf Gewitterwarnungen sowie auf Pollenflugvorhersagen achten.
  • Langfristig kann eine Hyposensibilisierung zur Vorbeugung beitragen.
  • Besonders gefährdeten Asthma-Patienten:innen wird empfohlen, entsprechend der medizinischen Leitlinienempfehlungen, vorbeugend inhalative Kortikosteroide anzuwenden.