Kolloidales Silber: Wundermittel oder Schwachsinn?

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Berlin - In sozialen Netzwerken wird immer wieder der keimtötende Effekt von kolloidalem Silber beworben. Die Flüssigkeit wird als Allheilmittel für verschiedene Krankheiten angepriesen und damit beworben, dass sie ein „natürliches“ Antibiotikum sei. Was steckt dahinter?

Die medizinische Anwendung von Silber war schon in der Antike bekannt, zu dieser Zeit wurde die Substanz als Desinfektionsmittel und zur Wundbehandlung eingesetzt. Auch heute noch gibt es Wundverbände und Salben mit Silber. Die kolloidale Variante hingegen wurde um 1900 entwickelt und unter anderem oral zur Bekämpfung von Infektionen eingesetzt. Nach dem Aufkommen der Antibiotika rückte das Mittel aufgrund besserer Alternativen in den Hintergrund. In letzter Zeit hat das kolloidale Silber jedoch insbesondere in der Alternativmedizin eine Renaissance erlebt.

Manche Gesundheitsseiten, die für den Einsatz propagieren, nennen als Beispiele für den innerlichen Gebrauch: Erkältungen, grippale Infekte, bakteriell bedingte Entzündungen, Halsschmerzen, Durchfall, Magenschleimhautentzündungen, Dickdarmentzündungen, Allergien, Mundgeruch, Zahnfleischentzündungen, Candida Albicans, chronische Müdigkeit, Virusinfektionen, eine Augenentzündung und das Ausleiten von Amalgam.

Zudem werde die Regeneration von Haut, Gewebe und Knochen sowie das Zellwachstum gefördert. Es sei das nebenwirkungsfreie Antibiotikum schlechthin: „Kolloidales Silber ist herkömmlichen Antibiotika in Wirkung, Nebenwirkungsfreiheit und Kosten weit überlegen“, so die selbstgenannten Experten.

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