Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

OPC: Wundermittel oder Humbug? Cynthia Möthrath, 19.09.2017 14:22 Uhr

Berlin - Steigende Nachfrage durch mehr Werbung: Oligomere Proanthocyanidine (OPC) rücken mehr und mehr in den Fokus der Kunden. Die angepriesenen Wundermittel sollen laut Werbeaussagen nicht nur die Haut jugendlicher erscheinen lassen, sondern auch gegen Hauterkrankungen, Alzheimer, Diabetes und Allergien helfen. Auch sollen sie den Cholesterinwert senken und sogar eine krebshemmende Wirkung besitzen. Ein regelrechtes Allheilmittel also?

Als Flavanole gehören OPC zu den Polyphenolen, sie zählen zu den sogenannten sekundären Inhaltsstoffen und sollen die Pflanze vor Umwelteinflüssen wie Temperaturschwankungen, UV-Strahlung oder Parasitenbefall schützen. Traubenkerne, rotes Weinlaub, Ginkgoblätter, grüner Tee, Erdnüsse und Heidelbeeren sind besonders reich an OPC. Hohe Konzentrationen sind häufig in Schalen, Kernen und Rinden zu finden.

Glaubt man der Werbung, zählen OPC zu den stärksten bekannten Antioxidantien. Zudem sollen sie eine sehr starke entzündungshemmende Wirkung besitzen. Diese Eigenschaften sollen vor allem in der Anti-Aging-Industrie zum Tragen kommen und die allseits gefürchteten freien Radikale auffangen. Deshalb werden OPC als regelrechte Waffe gegen die Zeit und die damit verbundene Hautalterung beworben. Ganz ohne Cremen sollen sie die Haut glätten und vor Falten schützen.

Eine Expertengruppe hat in Tierversuchen sogar herausgefunden, dass OPC auch eine positive Wirkung auf Alzheimer-Vorstufen haben und den Krankheitsverlauf verlangsamen können. Ebenso wurden antikanzerogene Eigenschaften beobachtet, bei denen OPC eine wachstumshemmende Wirkung auf Dickdarmkrebszellen zugeschrieben wurde.

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