Krebs: Wundermittel aus dem All | APOTHEKE ADHOC
Russland

Krebs: Wundermittel aus dem All

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Berlin -

In Deutschland werden jährlich etwa 500.000 Krebserkrankungen diagnostiziert, weltweit sterben Millionen Menschen an der Erkrankung. Glaubt man der Bundesbiomedizinischen-Agentur (FMBA) Russlands, haben Forscher einen Wirkstoff gegen alle Krebsarten in jedem Stadium entwickelt.

Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Protein, das der Körper den Wissenschaftlern zufolge selbst bildet. Das Eiweiß sei seit Langem bekannt, so der stellvertretende Direktor der FMBA, Professor Dr. Andrej Simbirtzew, gegenüber der russischen Zeitung Sputnik.

Anfänglich sei man davon ausgegangen, dass nur Zellen mit Schäden von dem Molekül geschützt würden. Im Laufe der Forschung habe man festgestellt, dass es helfe, die Anti-Tumor-Immunantwort zu verbessern.

Die Menge des Proteins, die der Körper selbst herstelle, reiche jedoch nicht aus, um Krebs zu besiegen. Auch könne man die Moleküle nicht einfach aus dem Körper extrahieren und in den Tumor injizieren. Die Wissenschaftler entwickelten daher ein spezielles Herstellungsverfahren, untersuchten die Wirkung und dekodierten den Mechanismus der Autoimmunwirkung auf molekularer Ebene. Bereits vor zwei Jahren begannen die Untersuchungen. Dabei nutzen sie das Weltall.

Die FMBA nutzte für die medizinische Forschung die laufenden Raumfahrtprogramme. „Für die Analyse der Proteinaktivitäten mussten wir den hochreinen Kristall aus dem Protein im All erzeugen. Durch die Schwerkraft der Erde wachsen die Proteinkristalle unregelmäßig”, so Simbirzew. Bereits nach sechs Monaten konnten die Wissenschaftler mit den Kristallen auf die Erde zurückkehren und sie in einer Röntgenanalyse untersuchen.

„Wir haben ein Gen von menschlichen Zellen extrahiert, das für die Produktion des Proteins verantwortlich ist, und es dann geklont. Um das menschliche Protein synthetisieren zu können, benötigt man einen Produktionsstamm in einer Bakterienzelle. Da sich die Zellen gut anregen lassen, können wir eine unbegrenzte Menge des Proteins erzeugen“, so Simbirzew.

Die präklinischen Studien seien nahezu abgeschlossen. Man untersuchte die Wirkung des Proteins an Mäusen und Ratten mit Melanomen und Sarkomen. Das Protein habe zu einer vollständigen Heilung geführt und somit die gewünschte Aktivität für einen universellen Einsatz am Menschen, behaupten die Wissenschaftler. Nun müsse sich der neue Wirkstoff den klinischen Studien stellen, dafür würden gerade Investoren gesucht. Simbirzew hofft, den Patienten das neue Arzneimittel in etwa drei bis vier Jahren zur Verfügung stellen zu können. Der Zeitpunkt hänge jedoch vom Erreichen der notwendigen Finanzierungen ab.

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