Peptidbasierter Impfstoff

Krebsimpfstoff reduziert Tumorwachstum APOTHEKE ADHOC, 09.11.2018 11:14 Uhr

Berlin - Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache des 21. Jahrhunderts. Chemotherapie und Bestrahlung sind essentielle Bestandteile der Behandlung. Präventive Therapieansätze fehlen bislang. Eine im „Online-Journal of Cellular Medicine and Natural Health“ veröffentlichte Studie liefert Ergebnisse für einen universellen Krebsimpfstoff.

Das Forscherteam vom Dr. Rath Research Institute in Kalifornien hat einen Krebsimpfstoff entwickelt, der das Tumorwachstum reduzieren soll. Alle Krebsarten nutzen im Wesentlichen ähnliche Wege für die Invasion und Metastasierung einschließlich der enzymatische Zerstörung des Gewebes durch Matrix-Metalloproteinasen (MMP). Bei einer Krebserkrankung sind hohe Konzentrationen dieser Enzyme maßgeblich daran beteiligt, dass die Tumorzellen die extrazelluläre Matrix verdauen und in das angrenzende Gewebe eindringen sowie durch die Endothelschicht benachbarter Blutkapillaren dringen, um in anderen Organen zu metastasieren und in den Tumoren Blutgefäße auszubilden.

Im Falle einer Krebserkrankung oder bei chronischen Entzündungen entgeht die erhöhte Stroma-Aktivität von MMP – insbesondere von MMP-2 und MMP-9 – der metabolischen Regulation. Dies ermöglicht eine unkontrollierte extrazelluläre Matrix-Degeneration sowie das Fortschreiten der Erkrankung.

Der vom Forscherteam entwickelte peptidbasierte Impfstoff ist gegen die an der Angiogenese beteiligten MMP gerichtet. Die Wissenschaftler impften Testmäuse mit Oligopeptiden, die die spezifischen Sequenzen von MMP-2 und MMP-9 enthalten. Im Anschluss wurden die Nager mit Melanaom-Krebszellen infiziert. Drei Wochen nach der Zellimplantation wurden die Nager getötet und die Tumore entfernt und pathologisch untersucht. Die Forscher dokumentierten das Gewicht der Tumore und bestimmten dessen Volumen.

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