Gentest könnte Leberschäden vorhersagen

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Berlin - Die Nebenwirkungen von Arzneimitteln sollten nicht unterschätzt werden. In einige Fällen kann die Einnahme mit einer schweren Schädigung der Leber einhergehen. Um ein solches Risiko bereits vor der Einnahme zu ermitteln, wollen Forscher der Städtischen Universität Yokohama nun einen Gentest entdeckt haben. Durch ihn könnten potenzielle Schäden in Zukunft vermieden werden.

Der von den Wissenschaftlern vorgestellte Gentest soll den „polygenen Risikoscore“ ermitteln. Dieser soll Aufschluss darüber geben, ob ein Medikament vertragen wird oder es bei Einnahme die Leber schädigen kann. Denn sie sogenannte arzneimittelinduzierte Hepatotoxität kann schwere oder gar tödliche Folgeschäden mit sich bringen – sie ist jedoch aufgrund komplexer Stoffwechselprozesse und des genetischen Einflusses nur schwer kalkulierbar. In der Vergangenheit mussten schon häufiger Arzneimittel aufgrund des hohen Risikos für Leberschäden vom Markt genommen werden.

Risikoscore schätzt Gefahr für Leberschäden ein

Grundlage für die Entwicklung des polygenen Risikoscores sind hunderte genomweite Assoziationsstudien: Dabei ermittelten die Forscher rund 20.000 Genvarianten, die das Risiko einer arzneimittelinduzierten Hepatotoxität beeinflussen. Der Score wurde schließlich an zahlreichen Wirkstoffen getestet. Dabei war er in der Lage zu erkennen, ob bei der jeweiligen Medikamenten-Einnahme das Risiko für Leberschäden erhöht ist. Getestet wurde der Score an den Wirkstoffen Amoxicillin-Clavulanat, Bosentan, Carbamazepin, Ciclosporin, Diclofenac, Flutamid, Ketoconazol, Methapyrilen, Paracetamol, Tacrin, Tolcapon und Troglitazon.

Bei einer Zulassung des Tests könnten Patienten vor Leberschäden geschützt werden, indem Ärzte vor der Verordnung ermitteln, ob ein erhöhtes Risiko für eine arzneimittelinduzierte Hepatotoxität vorliegt. Ist die Einnahme dennoch notwendig, so können gegebenenfalls die Intervalle von Kontrolluntersuchungen oder auch die Dosierungen der Wirkstoffe entsprechend angepasst werden und Leberschäden bereits in einem frühen Stadium ermittelt werden.

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