Arzneimittel bei Leberzirrhose sicher anwenden

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Berlin - Bei Patienten mit einer Leberzirrhose können sowohl die Verstoffwechselung wie auch die Dosis-Wirkungsbeziehung von verschiedenen Arzneimitteln verändert sein. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Nebenwirkungsrisiko. Eine niederländische Arbeitsgruppe hat evidenzbasierte Empfehlungen für den Einsatz und die Dosierung zahlreicher praxisrelevanter Arzneimittel bei Leberzirrhose erarbeitet. Zusammen mit der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) wurden diese im Fachjournal „Arzneiverordnung in der Praxis“ veröffentlicht.

Die häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose sind Alkoholabusus, chronische Virushepatitiden B und C sowie nichtalkoholische Fettlebererkrankungen. In Deutschland leben schätzungsweise 900 von 100.000 Menschen mit einer Leberzirrhose. Je nach noch bestehender Leberfunktion kann die Verstoffwechselung einiger Arzneistoffe verändert sein. Die Verordnung einiger Wirkstoffe geht daher für Betroffene mit Risiken einher: Es kann zusätzlich zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion, gastrointestinalen Blutungen oder einer hepatischen Enzephalopathie kommen.

Das Risiko für eine arzneimittelbedingte Hepatotoxizität ist bei einem Patienten mit Leberzirrhose zwar nicht höher als bei einem Patienten mit gesunder Leber, allerdings können die Folgen einer zusätzlichen Leberschädigung schwerwiegender sein. Die Dosis muss daher gegebenenfalls angepasst werden, manche Substanzen sollten gar nicht mehr verwendet werden. Grund für die veränderte Verstoffwechselung ist vor allem ein verminderter hepatischer First-Pass-Effekt, der durch einen veränderten Blutfluss durch die Leber zustande kommt. Auch die verminderte Aktivität von metabolisierenden Enzymen spielt eine Rolle.

Die niederländische Arbeitsgruppe hat während ihrer Arbeit mehr als 200 Arzneimittel in Bezug auf die sichere Anwendung bei einer Leberzirrhose untersucht. Dabei lag der Fokus auf solchen, die häufig zur Behandlung von Komplikationen bei Leberzirrhose eingesetzt oder generell breit angewendet werden. Die Arzneimittel wurden den verschiedenen Sicherheitskategorien – sicher, keine zusätzlichen Risiken bekannt, zusätzliche Risiken bekannt, nicht sicher, unklar und abhängig vom Grad der Zirrhose – zugeordnet und gegebenenfalls Dosierungsempfehlungen in Abhängigkeit von dem Grad der Leberfunktionseinschränkung hinzugefügt.

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