Erste Behandlungsoption

Hepcludex bei Hepatitis D Alexandra Negt, 30.09.2020 14:51 Uhr

Berlin - Die Ursachen einer Leberentzündung können vielfältig sein. Es gibt fünf infektiöse Formen von Hepatitis. Darunter auch die Hepatitis D. Hierbei wird die Erkrankung durch ein RNA Virus ausgelöst, welches zur Replikation das Hepatitis B Virus benötigt. Nun wurde erstmal eine Therapie gegen diese Unterform zugelassen. Hepcludex enthält den Wirkstoff Bulevirtide. Die Wirkung des Medikamentes tritt über eine Blockade des NTCP-Rezeptors. Die laufende Phase-III wird Aufschluss über mögliche Nebenwirkungen geben.

Hepatitis D kommt nur zusammen mit Hepatitis B vor. In Kombination kommt es schneller zu Leberzirrhose. Auch das Risiko für Leberkrebs steigt. Erst vor 25 Jahren wurde der Mechanismus entdeckt, mit dem das Hepatitis-B-Virus an die Leberzelle andockt. Für den Eintritt in die Zelle ist ein Peptid entscheidend. Dieses war die Basis für Hepcludex. Der Wirkstoff Bulevirtide ist der erste Vertreter der sogenannten „Entry Inhibitoren“. Er hindert Hepatitis D- und auch B-Viren am Eindringen in die Zellen. Entwickelt wurde der Virusblocker von Forschern des Universitätsklinikums (UKHD) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg gemeinsam mit dem Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und weiteren Partnern.

Wirkung durch Schlüssel-Schloss-Prinzip

Der Wirkmechanismus folgt dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Die Hepatitis D- und B-Viren vermehren sich nur in der Leber. Nur hier auf den Leberzellen befindet sich der Gallensalztransporter NTCP – dieser Rezeptor stellt das „Schloss“ dar. Hepcludex besetzt NTCP und blockiert es. Das Medikament zeigt auch nach einer Infektion Wirkung, da das Virus an der weiteren Replikation gehindert wird. Ein Befall weiterer gesunder Leberzellen kann nicht erfolgen, das Virus „stirbt“ ab. Da bereits infizierte Zellen irgendwann dem natürlichen Zelltod unterliegen, oder durch das Immunsystem eliminiert werden, ist das Virus irgendwann nicht mehr nachweisbar – der Patient gilt als geheilt.

Die gute Verträglichkeit wurde in mehreren klinischen Phase-I- und Phase-II- Studien gezeigt. Die effiziente Hemmung der Vermehrung der Viren konnte nachgewiesen werden. Aktuell läuft eine Phase III-Studie für die Beurteilung der Langzeitwirkung. Hier werden die Ergebnisse 2025 erwartet. Mit Hilfe diesen Langzeitergebnisse werden Wirkungen und Nebenwirkungen besser einzuschätzen sein. Bisher gehören zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen Reaktionen an der Injektionsstelle, eine Exazerbation der Hepatitis nach Absetzen der Behandlung sowie ein Anstieg der Gallensalz-Spiegels.

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