Narkosearzt

Hepatitis-Skandal: Ermittlungen dauern an dpa, 05.03.2019 09:27 Uhr

Donauwörth - Wer ins Krankenhaus geht, hofft darauf, die Klinik gesund wieder zu verlassen. In Donauwörth ist für Dutzende Patienten wohl das Gegenteil eingetreten: Sie gingen mit Hepatitis C nach Hause. Der Skandal ist noch längst nicht aufgeklärt.

Bei den Ermittlungen zum Hepatitis-Skandal im nordschwäbischen Donauwörth ist ein Ende noch nicht in Sicht. Im Oktober war bekanntgeworden, dass ein ehemaliger Narkosearzt der Donau-Ries-Klinik bei Operationen reihenweise Patienten mit Hepatitis C angesteckt haben soll. Doch mehr als ein Vierteljahr später sind die Untersuchungen des Gesundheitsamtes und der Augsburger Staatsanwaltschaft bei weitem noch nicht abgeschlossen. „Das wird noch eine ganze Zeit dauern“, sagt Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai. Das Landratsamt geht davon aus, dass der mittlerweile nicht mehr an der Klinik beschäftigte Anästhesist mehr als 50 seiner Patienten mit Leberentzündung angesteckt hat.

Der beschuldigte Arzt litt nach den Behördenangaben selbst an Hepatitis C und war medikamentenabhängig. Wie er seine Patienten möglicherweise infiziert hat, ist noch unbekannt. Die Übertragung kann nur über den direkten Blutkontakt erfolgen. Das Gesundheitsamt Donau-Ries hat rund 1700 Patienten des Narkosearztes aufgefordert, sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Mehr als 60 Männer und Frauen, die in Donauwörth operiert wurden, sind positiv getestet worden. Um der Quelle der Erkrankungen auf die Spur zu kommen, werden nach Möglichkeit dann der sogenannte Genotyp und letztlich noch der Subtyp ermittelt. Bei 43 Patienten gebe es bislang eine völlige Übereinstimmung, erklärt Gesundheitsamtschef Rainer Mainka. „Wir sind sicher, dass diese 43 Personen die gemeinsame Quelle im Krankenhaus Donauwörth haben“, erläutert er. Es gebe keinen anderen Herd im Landkreis und auch nicht in den benachbarten Regionen.

Mainka ist überzeugt, dass alles auf den früheren Narkosearzt als Ursprung der Hepatitisserie hinausläuft. Die anderen Mitarbeiter der Klinik seien ohne Ergebnis getestet worden. Doch für den Behördenleiter geht es nicht nur um diese 43 Betroffenen. In weiteren Fällen sei der gleiche Genotyp festgestellt worden, aber der Subtyp habe nicht mehr ermittelt werden können. Dennoch glaubt Mainka, dass auch diese Patienten die Krankheit von dem Klinikarzt haben. „Es gibt keinen anderen Herd, der diese Häufung von Infektionskrankheiten begründen würde“, betont er.

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