Multiple Sklerose

Einschränkung für Lemtrada APOTHEKE ADHOC, 15.04.2019 17:14 Uhr

Berlin - Die Anwendung von Lemtrada (Alemtuzumab, Sanofi/Genzyme) wird während der Überprüfung durch den Ausschuss für Risikobewertung im Bereich Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eingeschränkt. Auf das Arzneimittel zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) sollten nur neue Patienten eingestellt werden, wenn andere Medikamente nicht geeignet oder nicht wirksam sind.

Bereits vor etwa zwei Jahren wurde über unberechenbare Nebenwirkungen und einem Todesfall verursacht durch eine Thrombozytopenie im Zusammenhang mit Lemtrada berichtet. Weil neue Berichte über immunvermittelte Erkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Probleme (einschließlich Todesfälle) eingegangen sind, wurde die Überprüfung von Lemtrada eingeleitet. Zwar ist diese noch nicht abgeschlossen, dennoch wurde über eine vorübergehende Maßnahme entschieden.

Eine Behandlung mit Lemtrada sollte nur bei Erwachsenen mit schubförmiger remittierender MS begonnen werden, wenn die Erkrankung trotz der Anwendung von mindestens zwei den Krankheitsverlauf modifizierenden Therapien hochaktiv ist oder andere Behandlungsoptionen nicht in Frage kommen. Außerdem empfiehlt der PRAC eine Aktualisierung der Produktinformation. Patienten, Ärzte und Apotheker sollten über folgende Risiken unter Lemtrada informiert werden:

  • immunvermittelte Erkrankungen, einschließlich Autoimmun Hepatitis und hämophagozytärer Lymphohistiozytose
  • Herz-Kreislauf-Probleme einschließlich Blutungen der Lunge, Herzinfarkt oder Schlaganfall – diese können innerhalb der ersten drei Tage nach der Arzneimittelgabe auftreten
  • schwere Neutropenie.

Die Patienten sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn sie folgende Symptome bemerken:

  • akute und plötzliche Herzprobleme wie Atemnot und Brustschmerzen (ein bis drei Tage nach Anwendung)
  • Atemprobleme, Husten von Blut
  • Schlaganfall
  • Gelbfärbung der Augen, dunkler Urin, Blutergüsse
  • hämophagozytische Lymphohistiozytose.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Markt

AG Pro Biosimilars

„Humira ist der Durchbruch für die Biosimilars“»

Vorbestellungschat

Vorbestellungen: Wave bringt Whatsapp-Alternative»

Apothekenkosmetik

Adventskalender im Check: Avène, Eubos, Babor»
Politik

Internes Schreiben

Verzicht auf RxVV: Spahn erklärt sich der Koalition»

Sammelverordnung

Schmidt: Apothekenreform muss rasch kommen»

Modellprojekte

Kassenchef: „Lasst Apotheker gegen Grippe impfen“»
Internationales

Arzneimittelversorgung

Hersteller hoffen auf Brexit-Deal»

WHO-Studie

So locken andere Länder Apotheker aufs Dorf»

Risperdal

Milliarden-Urteil gegen Johnson & Johnson»
Pharmazie

LABOR-Download

Übersicht der Ranitidin-Rückrufe»

Typ-1-Diabetes

G-BA: Zusatznutzen von Dapagliflozin anerkannt»

Infektionskrankheiten

Ebola: Bedingte Genehmigung für Impfstoff empfohlen»
Panorama

Lieferausfälle

Frontal 21: Engpass in der Apotheke»

Für Mann mit Down-Syndrom

Krankenkasse muss GPS-Notfalluhr zahlen»

Arzt steckte Patienten an

Ermittlungen im Hepatitisskandal noch nicht abgeschlossen»
Apothekenpraxis

Apothekenmagazine

Umschau vs. My Life: Jetzt wird’s schmutzig»

Cornichon oder Salatgurke

Pannenhilfe: Kondomberatung statt Pille danach»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Ausbildungsberuf Chef-PTA»
PTA Live

Apothekenkonzerte

Kollegen mit Konzert „geflasht“»

WIRKSTOFF.A

Ein bisschen schwanger im HV»

LABOR-Debatte

Eine Hand wäscht die andere: Handel zwischen Apotheken?»
Erkältungs-Tipps

Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter»

Phytotherapie

Schleimstoffe: Balsam für den Hals»

Bakterielle Infektionen

Mittelohrentzündung: Superinfektion des Ohrs»
Magen-Darm & Co.

Heilpflanzenporträt

Wermut – Quelle der Bitterkeit»

Dyspeptische Beschwerden 

Abwarten und Tee trinken»

Magen-Darm-Infektionen

Hygiene und Vorbeugung»
Kinderwunsch & Stillzeit

Schwangerschaftveränderung

Wenn nicht nur der Bauch wächst»

Bewegen, bewegen, bewegen

Fit durch die Schwangerschaft»

Kinderwunsch und Schwangerschaft

Schilddrüse: Problemfaktor in der Schwangerschaft? »