MS-Medikamente

Lemtrada: Todesfall durch Thrombozytopenie APOTHEKE ADHOC, 22.11.2017 15:01 Uhr

Berlin - Therapierefraktionäre Autoimmunthrombozytopenie unter Lemtrada (Alemtuzumab, Sanofi/Genzyme): Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über das Auftreten der Nebenwirkung mit tödlichem Verlauf.

Die AkdÄ berichtete in der vergangenen Woche von einem Todesfall nach dem Auftreten einer Autoimmunthrombozytopenie (ITP) – trotz rechtzeitiger Diagnose und Therapie verstarb der Patient schließlich an den Folgen einer Kleinhirnblutung.

Der 34-Jährige hatte im Jahr 2000 die Diagnose MS erhalten und war im Krankheitsverlauf mit verschiedenen Arzneimitteln behandelt worden. Im Februar 2015 und März 2016 folgten zwei Therapiezyklen Alemtuzumab. Fünf Monate nach der letzen Infusion fiel bei einer Routinekontrolle ein Abfall der Thrombozyten auf. Eine Therapie mit Kortisonen und Romiplostim führte zu keinem Anstieg. Auch weitere Versuche, die Thrombozytopenie zu beheben, scheiterten. Die Diagnose ITP konnte durch den Nachweis freier und gebundener Antikörper auf den Thrombozyten gestützt werden.

Der Fall zeigt, dass die Alemtuzumab induzierte ITP therapierefraktionär sein kann und ein tödlicher Verlauf nicht auszuschließen ist. Die US-Arzneimittelagentur FDA hatte aufgrund des Sicherheitsprofils die Zulassung eingeschränkt: Alemtuzumab soll erst zum Einsatz kommen, wenn die Patienten auf zwei oder mehr vorangegangene Therapien mit anderen Arzneimitteln nicht ausreichend angesprochen hab

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