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, Uhr aktualisiert am 15.12.2015 09:27 Uhr

Berlin - Heute vor einem Jahr wurden in vielen Apotheken Listen kontrolliert und vermutlich nicht mehr verkehrsfähige Arzneimittel aussortiert. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte innerhalb von vier Tagen schon zum dritten Mal die Liste der Arzneimittel korrigiert, die wegen mutmaßlich gefälschter Bioäquivalenzstudien nicht mehr abgegeben werden durften. Bis sich die Behörde in die Weihnachtsferien verabschiedete, folgten noch sechs weitere.

Auf der ursprünglichen Liste standen 80 Präparate. Dass diese Arzneimittel nicht mehr abgegeben werden durften, erfuhren viele Apotheker aus den Medien. Einen offiziellen Rückruf über die üblichen Kanäle gab es nicht. Doch damit hörte der Ärger für die Apotheken nicht auf. Denn die die Liste änderte sich mehr als eine Woche lang werktäglich – an manchen Tagen sogar zweimal. Denn die Hersteller konnten Unterlagen nachreichen oder Widerspruch gegen die Ruhensanordnung einlegen. WEil diese aufschiebende Wirkung haben, durften die Arzneimittel dann doch abgegeben werden.

Theoretisch hätte den Apotheken dieses Hin und Her erspart werden können. Allerdings informierte das BfArM die Hersteller am 8. Dezember sowie die Arzneimittelkommissionen der Deutschen Apotheker (AMK) und der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) – und die Medien bereits einen Tag danach. „Früher als in anderen EU-Ländern“ seien die Präparate nicht mehr verkehrsfähig, rühmte sich die Behörde damals. Später erklärte BfArM-Präsident Professor Dr. Karl Broich, man sei zur Veröffentlichung der Meldung verpflichtet gewesen.

Das Ruhen der Zulassung werde mit Zugang beim Hersteller unmittelbar wirksam und müsse auch sofort öffentlich zugänglich gemacht werden, erklärte der BfArM-Chef die rechtlichen Grundlagen. „Bei gravierenden Zweifeln, dass über lange Zeit systematisch gefälscht wurde bei diesen Studien, müssen wir invalidisieren. Dann erlischt automatisch die Zulassung.“ Darüber habe das BfArM sofort informieren müssen. „Es ging auch um unsere Glaubwürdigkeit“, so Broich.

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