Datenskandal

Vitabook schließt sich Facebook-Boykott an APOTHEKE ADHOC, 27.03.2018 16:41 Uhr

Berlin - Vitabook zieht Konsequenzen aus dem Datenskandal um Facebook und löscht sein Profil. Das Digitalunternehmen aus dem niedersächsischen Jesteburg tut es damit einer wachsenden Zahl großer Konzerne gleich, die sich von den umstrittenen Praktiken des sozialen Netzwerks distanzieren wollen.

„Es reicht“, lässt sich Firmenchef Markus Bönig zitieren. Der Schutz persönlicher Daten sei für das Unternehmen „ein unumstößliches Gebot“. Deshalb habe man sich zum Boykott von Facebook entschieden. „Mit diesem Schritt geht Vitabook weiter als andere Unternehmen“, heißt es in einer Mitteilung, denn es „kehrt Facebook endgültig den Rücken“.

Bönig teilt die Meinung von EU-Justizkommissarin Vera Jourová, dass der Skandal „ein Weckruf für uns alle sein sollte“. Letztlich gehe es „um die Grundfeste unserer Demokratie“. Vitabooks eigenes Geschäftsmodell ist auf das Vertrauen der Kunden in die Sicherheit ihrer Daten angewiesen: Das Unternehmen wirbt explizit damit, dass man die volle Kontrolle über die eigenen Gesundheitsdaten habe, die man auf ein digitalen Konto sammeln und organisieren kann.

Vitabook schließt sich damit vielen Großunternehmen von Autohersteller Tesla, über den Firefox-Konzern Mozilla bis zur Commerzbank an. Der Lautsprecherhersteller Sonos hat angekündigt, eine Woche lang weder auf Facebook, noch auf Google, Instagram oder Twitter werben zu wollen. Aus Sicht vieler Marketingexperten nutzen die Konzerne damit die Chance, die sich durch den Skandal bietet, um sich von Facebook unabhängiger zu machen.

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