AVWL-Chef Michels warnt

Telefonbetrüger im Namen des Apothekerverbands Lothar Klein, 17.12.2019 12:16 Uhr

Berlin - Kurz vor Weihnachten macht sich in Deutschland eine neue Betrugsmasche breit. Bislang sind es nur einzelne Fälle, die bekannt werden. Diese treten aber in mehreren Regionen auf: Apothekenkunden erhalten Anrufe von angeblichen Mitarbeitern von Apothekerverbänden und fragen nach persönlichen Daten, finanziellen Verhältnissen und Kontodaten. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) warnt jetzt vor dieser neuen Betrugsmasche.

Telefon-Anrufer gäben sich als Mitarbeiter des Apothekerverbandes aus – vermutlich mit dem Ziel, persönliche Daten bis hin zu Informationen über die finanziellen Verhältnisse der potenziellen Opfer zu erschleichen, heißt es in einer Mitteilung. Über einen solchen Fall in Unna hatte kürzlich der „Hellweger Anzeiger“ berichtet. Bundesweit haben Medien in Mecklenburg-Vorpommern bereits ähnliche Fälle öffentlich gemacht.

„Der Apothekerverband ruft keine Patienten an“, warnte Dr. Klaus Michels, Vorstandsvorsitzender des AVWL dringend davor, solchen Anrufern irgendwelche Informationen preiszugeben. Der AVWL sei ein Interessenverband der Apothekeninhaber, der in erster Linie Ansprechpartner für seine Mitglieder sei. Er wende sich nicht an Patienten. Falls es gelingen sollte, einen Hinweis auf diejenigen zu erhalten, die den Namen und Ruf des Verbandes ausnutzen, um solche Anrufe zu tätigen, werde der Verband unverzüglich rechtliche Schritte ergreifen, teilt der AVWL mit. Auflegen und die Polizei anrufen – rät der Apothekerverband Patienten, die solche Anrufe erhalten. Die Apotheker bittet er, nicht nur die Polizei, sondern auch den Verband sofort zu informieren, falls sie im Kundengespräch von weiteren Betrugsversuchen erfahren.

Der Hellweger Anzeiger berichtete über einen Anruf bei einer Seniorin, die seit Jahren als ehrenamtliche Seniorenberaterin im Auftrag der Kreispolizeibehörde Unna aktiv und daher sehr vorsichtig ist. Wenn sie angerufen wird, nennt sie niemals ihren Namen, sondern stets bloß mit „Hallo“ oder „Guten Tag“. Als der Anrufer nun nach ihrem tatsächlichen Namen fragte, bestätigte sie ihm das nicht. Sie fragte vielmehr zurück, wer das wissen wolle. Er sei Mitarbeiter des Apothekerverbands und wolle mit ihr über ihre Krankheit und ihre Rente sprechen.

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