Rezeptfälscher akzeptieren Haftstrafen

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Berlin -

Im Prozess um eine Bande, die Rezepte gefälscht und teure Medikamente weitverkauft haben soll, haben sich Gericht, Staatsanwaltschaft und Angeklagte auf einen Strafrahmen verständigt. Die drei Männer erwartet demnach jeweils eine Haftstrafe zwischen dreieinhalb und sechseinhalb Jahren. Die angeklagte Frau muss laut Gericht mit einer Strafe zwischen einem Jahr und neun Monaten und zwei Jahren und sechs Monaten rechnen.

Den Angeklagten im Alter von 28 bis 41 Jahren wird zur Last gelegt, gemeinschaftlich in 39 Fällen durch selbst erstellte Kassenrezepte bei Apotheken in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern hochpreisige verschreibungspflichtige Arznei- und Dopingmittel – beispielsweise Wachstumshormonpräparate oder auch Krebsmedikamente – verschafft zu haben.

Diese sollen sie dann an verschiedene Abnehmer, vor allem aus der Bodybuilder-Szene, gewinnbringend verkauft haben. Die Taten sollen sich vor allem in dem Zeitraum Ende 2017 bis Anfang 2018 ereignet haben. Unter anderem sollen Apotheken in Ilvesheim, Neckargemünd und Heidelberg aufgesucht worden sein. Dabei ist laut Staatsanwaltschaft ein Schaden von knapp 200.000 Euro entstanden.

Die vier Angeklagten und ihre Verteidiger hatten während Verständigungsgesprächs vor dem Landgericht Heidelberg Geständnisse angekündigt. Ein solcher Deal ist in der Strafprozessordnung geregelt. So sollen lange Verfahren verkürzt, Prozesse effizienter gestaltet und Täter zügig bestraft werden. Im Gegenzug können die Strafen etwas milder ausfallen.

Das Verfahren gegen einen fünften Beschuldigten wurde zu Beginn des Prozesses abgetrennt, da der 32-Jährige wegen anderer Taten in einem tschechischen Gefängnis sitzt.

 

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