Kanaldeckel als Türöffner

, Uhr

Berlin - Ungebetene Weihnachtsgäste suchten am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Apotheke in Kassel auf. Drei bislang unbekannte Täter zerschlugen mit einem Kanaldeckel die Scheiben der Eingangstür und erbeuteten einen geringen Geldbetrag. Der verursachte Schaden ist weitaus größer. Die Apotheke ist nicht das erste Mal Opfer eines Einbruchs, bei dem das eigentliche Ziel der Kiosk nebenan war.

Am Sonntagmorgen um etwa fünf Uhr wurde die Alarmanlage der Apotheke in der Heinrich-Plett-Straße in Kassel ausgelöst. Drei maskierte Männer mit Kapuzenpullis und blauen Latexhandschuhen hatten sich mit Hilfe eines Kanaldeckels Zugang zur Apotheke verschafft, den sie durch die Scheibe geschmissen hatten. Inhaber Dennis Witt hatte zu dem Zeitpunkt der Tat Notdienst in seiner anderen Apotheke. Zum Glück konnte die Mutter von Witt, die selbst Apothekerin ist, den Dienst übernehmen.

Das Überwachungsvideo zeigt deutlich, wie drei Täter zielstrebig auf die Kassen zugehen und leeren. „In einer Sekunde waren die Einbrecher in der Apotheke. Auf Medikamente haben sie nicht abgesehen, sondern nur auf Geld“, sagt Witt. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Apotheker Opfer eines Einbruchs wurde. „Ziel ist auch der Kiosk nebenan, wir haben eine gemeinsame Tür.“ Witt vermutet Kleinkriminelle hinter der Tat. In den Kiosk wurde Witt zufolge in der Vergangenheit schon zehnmal eingebrochen – dieses Mal konnten die Einbrecher die Tür aber nicht knacken.

Denn der Kiosk wurde bereits mit Sicherheitstüren aufgerüstet. Die Polizei rät Witt, wenig Wechselgeld in den Kassen zu lassen, um den Schaden bei Einbrüchen möglichst gering zu halten. Noch sind die Türen der Apotheke mit Spanplatten verriegelt. Wenn mit der Versicherung alles geklärt ist, kann der Glaser kommen.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Zuweisungsverbot für Plattformen
Gericht verbietet Shop Apotheke plus Zava»
„Wichtigste Triebfeder für den Vertrieb von nachgeahmten Produkten“
Studie: Online-Handel fördert Fälschungen»
Sofortprogramm: Weniger Geld für Impfstoff
AOK will Apothekenlager kontrollieren»
Warnungen vor „Flickenteppich“
Debatte über Ende der Corona-Notlage»