Hilfsorganisation

Apotheker ohne Grenzen sammeln Tütengeld

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Berlin -

Die Apotheker ohne Grenzen (AoG) freuen sich über das finanziell zweiterfolgreichste Jahr: 2015 nahm die Hilfsorganisation knapp 850.000 Euro ein, mehr war es bislang nur 2004, als nach einem Erdbeben im Indischen Ozean mehrere Tsunamis an den Küsten ausgelöst wurden. Der neue Vorstand des Vereins will auch im kommenden Jahr fleißig Spenden sammeln – und sich dabei die EU-Richtlinie für weniger Plastiktüten zunutze machen.

Am Wochenende wurde turnusgemäß ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Jochen Schreeck bleibt erster Vorsitzender, Dr. Petra Lange zweite Vorsitzende. Auch Dr. Thomas Bergmann und Jürgen Funke sind weiterhin Vorstandsmitglied. Funke übernimmt das Amt des Schriftführers von Charlotte Engl, neuer Beisitzer ist Andreas Portugal. Dr. Ralph Büttmann löst Nicole Fügener als Schatzmeister ab. Auch Katarzyna Ostendorf hat sich aus dem Vorstand verabschiedet, ihr Nachfolger ist Abraham Dzidonu.

„Die Mitglieder haben ihr Votum abgegeben; wir alle bedanken uns für das Vertrauen und werden den Verein in ihrem Sinn entwickeln“, verspricht Schreeck. Der siebenköpfige Vorstand des Vereins wird alle zwei Jahre gewählt.

Die AoG wollen die neue Vorgabe, Plastiktüten nicht mehr kostenlos abzugeben, ausnutzen: „Wenn jede Apotheke in Deutschland ihre Tüten für 5 Cent abgibt und diese Einnahmen an AoG spendet, dann wäre der diesjährige Finanzierungsbedarf des Vereins sehr schnell gedeckt“, erklärt der Verein in einem Rundschreiben. Apotheker könnten den Tüten-Ertrag – ganz nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ – für die sozialen Leistungen der Apotheker ohne Grenzen spenden. Dafür stellt die Organisation eine Spendenbox für die Offizin zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr wuchsen die Gesamteinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 55 Prozent. Die Spendeneinnahmen stiegen sogar um 146 Prozent auf fast 650.000 Euro. Auch bei den Mitgliedern konnte ein Plus von 23 Prozent verzeichnet werden. Derzeit unterstützen rund 1500 Mitglieder die gemeinnützige Arbeit des Vereins.

Besonders aktiv waren die Apotheker im vergangenen Jahr in Nepal. Mehrere Erdbeben hatten das Land im April und Mai kurz hintereinander erschüttert. Knapp 9000 Menschen starben an den Folgen, 22.300 wurden verletzt. Die AoG lieferten mehr als drei Tonnen an medizinischem Material in das Katastrophengebiet und reisten auch selbst nach Nepal, um bei der Verteilung zu helfen.

Die Ausgaben der Hilfsorganisation summierten sich 2015 auf gut 725.000 Euro, der Jahresüberschuss liegt somit bei rund 120.000 Euro. Die Geschäftsführerin Ingrid Famula bedankte sich: „Ich bin froh, dass wir in meinem ersten Jahr bei den AoG so viele neue Förderer von der Kompetenz und Leistung der Apotheker ohne Grenzen überzeugen konnten. Und ich hoffe, den positiven Trend auch 2016 fortzusetzen, damit wir unsere Hilfsleistungen für Menschen in Not sukzessive erweitern können.“

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