Fiege will für Apotheken ausliefern

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Berlin - Der Botendienst gehört in nahezu jeder Apotheke zum Service. Wem die Logistik mit steigender Zahl an Anfragen allerdings zu aufwendig ist, der kann sich Unterstützung holen. Verschiedene Start-ups bieten Inhaber:innen an, die Lieferung zu optimieren oder ganz zu übernehmen. Auch der Logistikkonzern Fiege will mitmischen.

Zu Fiege gehört das Projekt „Angel Last Mile“, das im vergangenen Jahr aufgelegt wurde und die Herausforderungen der „Letzten Meile“ in der Zustellung lösen soll. Das Prinzip ist einfach: Händler, die ihren Kunden Same Day Delivery und Zustellung nach Feierabend anbieten wollen, buchen ihre Aufträge ein. Fiege verteilt diese per App an registrierte Fahrer oder Lieferdienste, die im Idealfall ohnehin in der entsprechenden Richtung unterwegs sind.

Der Konzern bewirbt „Angel“ als „Crowdsourcing Netzwerk“ von Fahrzeugen und Fahrern, bei dem Touren gebündelt, Leerfahrten vermieden und im Ergebnis Staus und CO2-Emissionen reduziert werden können. „Open Community – Gemeinsam aber unabhängig zusammenarbeiten“, heißt es auf der Website. Obwohl solche Konzepte nicht unumstritten sind, gab es sogar Fördergelder von der EU: Als Partner des Projekts Nextrust erhielt Fiege für die Entwicklung der „kooperativen und ressourcenschonenden“ Zustellmöglichkeit drei Millionen Euro.

Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben Marktführer in diesem Bereich. Zu den Kund:innen gehören Versender wie Apo-Discounter, aber auch die Partnerapotheken von Shop Apotheke. Auch rund 20 Apotheken sind an Bord, hier sehen die Verantwortlichen erhebliches Potenzial: Das Angebot komme für alle Apotheken in Frage, die Kund:innen mit ihrem Botendienst nicht erreichen können oder die Dienstleistung auslagern wollen. Je nach Vereinbarung wird eine Verbindung mit dem Webshop hergestellt, um die Prozesse wie das Drucken der Adressetiketten zu automatisieren.

Das Konzept funktioniert wie folgt: Hat die Apotheke die bestellte Ware verpackt, holt ein Fahrer die Sendung ab – in der Regel am Nachmittag gegen 16 Uhr. Verstaut werden die Lieferungen in „Mehrwegboxen“, die Apotheke behalte stets die Weisungsbefugnis, wie Geschäftsführer Axel Niessner erklärt. „Beim Empfänger öffnen wir vor dem Kunden die Mehrwegbox, und der Kunde kann die Ware entnehmen. Die Mehrwegbox wird zum Retailer oder Apotheker wieder zurückgeführt. Falls die Ware gekühlt werden muss, kann die Ware passiv gekühlt werden.“

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