Einbrecher verblutet fast in Apotheke

, Uhr aktualisiert am 29.11.2021 15:25 Uhr
Berlin -

Thomas Neuert hat in den vergangenen 30 Jahren bereits mehrere Apothekeneinbrüche erlebt. Als er gestern früh in seine Mannheimer Spitzweg-Apotheke gerufen wurde, konnte er fast nicht glauben, was er sah. Ein Einbrecher hatte eine Schaufensterscheibe zerschlagen und sich dabei so sehr verletzt, dass er fast verblutete.

Im Verkaufsraum der Apotheke war der Boden mit Scherben übersät und an mehrere Stellen waren Blutlachen zu sehen. „Der Mann wäre beinahe gestorben“, sagt Neuert. Er wurde von seinem Vermieter am Sonntagmorgen alarmiert und war um 6 Uhr in der Apotheke. Den Einbrecher fand er nicht mehr vor. Er sei bereits in ein Krankenhaus gebracht worden. Zuvor habe die Polizei ihn mit Material aus der Freiwahl erstversorgt.

Laut Polizei handelt es sich um einen 27-Jährigen, der in die Apotheke eingebrochen ist, weil er eine stark blutende Wunde an der Hand versorgen wollte. Ein Anwohner rief die Polizei, die den Betrunkenen vor Ort festnahm. Ein Alkoholtest ergab laut Polizei einen Wert von rund zwei Promille im Atem. Unklar blieb zunächst, wie sich der Einbrecher die Verletzung zugezogen hatte. Der entstandene Gesamtsachschaden wird derzeit auf rund 2500 Euro geschätzt.

Neuert und seine Frau waren am Sonntag damit beschäftigt, die Apotheke zu reinigen. „Ich hätte mir den 1. Advent anders vorgestellt“, sagt er. Das Schaufenster habe eine Größe von 2,5 x 4 Meter. Der Mann soll Neuert zufolge mit einer Eisenstange darauf eingeschlagen und durchgebrochen sein. Zudem soll er betrunken gewesen sein. „Ich war erst einmal schockiert, als ich das gesehen habe.“

Der Apotheker ist weiter mit Schadensbegrenzung beschäftigt und tauscht sich mit seiner Versicherung aus. Ein Glaser ist bereits informiert, damit die kaputte Scheibe zunächst mit einer Holzplatte ersetzt werden kann. Da auch der Aluminiumrahmen beschädigt worden sei, dauere es bis zu drei Monate, bis er ein neues Schaufenster erhalte.

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