Zwei Einbrüche an einem Wochenende

Hannover: Einbrecher schlafend in der Apotheke gefunden

, Uhr
Berlin -

Als hätte er nicht schon genug zu tun: Erst Anfang des Jahres übernahm Dr. Arne Trettin eine neue Apotheke – kurz darauf begann die Coronakrise. Die Aufregung für den Apotheker hörte nicht auf, zum 1. Juli musste er mit der Mehrwertsteuersenkung umgehen und hat zudem noch ein Problem mit einer IT-Umstellung am Hals. Und dann wird auch noch bei ihm eingebrochen: nicht einmal, sondern gleich zweimal in zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Glück im Unglück: Zumindest die beiden Täter des ersten Einbruchs haben sich ziemlich dumm angestellt. Sie schliefen während des Einbruchs ein.

Für die Polizei war es ein denkbar einfacher Einsatz: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden sie zur Ernst-August-Apotheke in der Hannover Innenstadt gerufen. Ein Zeuge hatte beobachtet, wie zwei Männer sich am Eingang der Apotheke zu schaffen machten, und alarmierte die Beamten. Die beiden Einbrecher zu stellen, war dann kein großes Problem mehr: Einer lag in der Apotheke, der andere davor. Beide wurden in Gewahrsam genommen, Alkoholtests ergaben später Promillewerte von 0,45 und 1,13. Die beiden hatten offenbar etwas zu tief ins Glas geschaut, bevor sie in das Geschäft einsteigen wollten.

Allzu große Beute hätten sie ohnehin nicht gemacht. Etwas über 79 Euro haben die beiden zu klauen versucht, erzählt Trettin. Gegen zwei Uhr nachts weckte ihn die Polizei. „‚Entschuldigung, wir sind von der Polizei und stehen gerade in Ihrer Apotheke‘, meinten die Beamten am Telefon zu mir“, erinnert sich der Inhaber. „Mein erster Gedanke war: ‚Echt jetzt?! Erst Corona und Mehrwertsteuersenkung – und jetzt auch noch sowas?‘“ Doch glücklicherweise hielt sich der Schaden in Grenzen: Die beiden hatten die Eingangstür aufgehebelt, einer stieg ein, der andere stand offenbar Schmiere, zumindest bis ihn der Schlaf übermannte. „Der Einbrecher in der Apotheke hat dann in die Kasse gegriffen und größtenteils Wechselgeld herausgenommen, das er sich in die Hosentaschen steckte.“

Doch auch für ihn fand die Diebestour ein sanftes Ende, er schlief in der Offizin ein. Alles in allem haben sich die beiden ziemlich dilettantisch angestellt. „Das war keine professionelle Tat“, sagt Trettin. „Da war nichts lange geplant, das war offensichtlich ein Akut-Akt. Denen waren sogar die Videokameras egal.“ Auch angesichts der berüchtigten Drogenszene am angrenzenden Kröpcke fragt sich Trettin, ob er den beiden überhaupt böse sein kann.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr aus Ressort
Auch in deiner Nähe – jetzt anmelden!
APOTHEKENTOUR 2022 – Der Film vom Start »
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
So entstand der E-Rezept-Fahrplan »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
KBV warnt vor „Akzeptanzverlust bei Ärzten“
E-Rezept: Lauterbach soll Gematik bändigen»
„Wir sind noch lange nicht in der Praxis“
E-Rezept: Zwei Praxen dominieren die Statistik»
Auch in deiner Nähe – jetzt anmelden!
APOTHEKENTOUR 2022 – Der Film vom Start»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
So entstand der E-Rezept-Fahrplan»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»