Ciprofloxacin: Patientin warnt vor Einnahme

, Uhr

Nebenwirkungen wie sie de Nuccio zu beklagen hatte, sind bereits bekannt: Die als Breitband-Antibiotika verwendeten Fluorchinolone wie Ciprofloxacin, aber auch Norfloxacin, Enoxacin, Ofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin führen unter Umständen zu bleibenden Beeinträchtigungen. Dokumentiert sind Sehnenschäden in Form von Entzündungen oder Rissen. Besonders gefährlich ist die Ruptur der Achillessehne. Ältere Patienten ab dem 60. Lebensjahr haben ein erhöhtes Risiko. Die unerwünschte Arzneimittelwirkung kann – wie bei der 53-Jährigen – bereits wenige Stunden nach der Einnahme auftreten oder bis zu vier Wochen nach Therapieende.

Ärzte sollen, wenn antibiotische Therapiealternativen vorliegen, Fluorchinolone nicht mehr verordnen. „Die Nebenwirkungen sind zu schwer, um sie für eine Bronchitis, eine Nasennebenhöhlenentzündung oder eben für eine leichte bis mittlere Blasenentzündung in Kauf zu nehmen“, sagte Dr. Walter Martin Manzke, Leiter der Krankenhaus-Apotheke am Klinikum Herford, gegenüber der Zeitung. Bei mehr oder weniger banalen Infektionen sei diese Art der Antibiotika nicht angezeigt.

Den Beipackzettel des fatalen Antibiotikums habe sie nicht gelesen, räumt de Nuccio ein, das werde ihr so bald nicht mehr passieren. Doch die Hauptverantwortung trügen Arzt und Apotheker: „Man hätte mich zumindest über diese schweren Nebenwirkungen aufklären müssen, auch wenn sie nur so selten vorkommen. Ich hätte die Tabletten nicht genommen.“ Sie wolle jetzt nur noch nach vorne schauen. „Das war eine schlimme Zeit, aber die liegt jetzt hinter mir.“ Auf Facebook warnt sie jetzt alle potenziellen Leidensgenossen, sich vor einer Behandlung mit der Wirkstoffklasse in Acht zu nehmen.

Bleiben Sie auf dem aktuellsten Stand und abonnieren Sie den Newsletter von APOTHEKE ADHOC.

 

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
25 Millionen Euro Schaden
Anklage gegen Testcenter-Betreiber »
8,33 Euro pro Antigen-Schnelltest
Ansturm auf 12er-Test-Rabattkarte aus Apotheke »
Inhaber erklärt Lieferkonzept
Botendienst: Einmal pro Woche reicht »
Mehr aus Ressort
Fälschungsverdacht bei Impfausweisen
Apothekenmitarbeiterin in U-Haft »
„Habe alles erreicht, was ich wollte“
Inhaber verkauft seine Apotheken und wird Mentor »
Weiteres
Zuweisungsverbot für Plattformen
Gericht verbietet Shop Apotheke plus Zava»
„Wichtigste Triebfeder für den Vertrieb von nachgeahmten Produkten“
Studie: Online-Handel fördert Fälschungen»
Sofortprogramm: Weniger Geld für Impfstoff
AOK will Apothekenlager kontrollieren»
Warnungen vor „Flickenteppich“
Debatte über Ende der Corona-Notlage»