Fallbericht

Nach Nasendusche: Frau stirbt wegen Amöbeninfektion APOTHEKE ADHOC, 12.12.2018 13:52 Uhr

Berlin - In den USA ist eine 69-jährige Frau an den Folgen einer Amöben-Infektion gestorben, wie das „International Journal of Infectious Diseases“ berichtet. Den Ärzten zufolge hatte sie ein Jahr lang ihre Nase unsachgemäß mit einer Nasendusche gereinigt. Dabei setzte sie Leitungswasser ein, das höchstwahrscheinlich mit dem Erreger verunreinigt war.

Die betroffene Frau hatte ein Jahr vor der Diagnose der Hirninfektion eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt. Therapeutisch setzte der behandelnde Arzt zu dem Zeitpunkt zweimal täglich Sulfamethoxazol-Trimethoprim 800 mg/160 mg ein. Das Antibiotikum brachte allerdings keine Symptomverbesserung. Mediziner der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde schlugen dann vor, dass die Patientin eine Kochsalzlösung verwendet, um ihre Nebenhöhlen zu reinigen. „Für derartige Verfahren werden nur steriles Wasser oder Kochsalzlösung empfohlen. Die Patientin verwendete aber Leitungswasser, das mit einem Brita-Wasserfilter filtriert wurde“, schreiben die Ärzte im Fallbericht.

Einen Monat nach der Verwendung des nicht sterilen Wassers für die Nasenspülung bekam die Frau einen roten Ausschlag auf der Nase. Es wurde zunächst angenommen, dass es sich um Rosazea handelt. Behandelt wurde sie dann mit Mupirocin, einem antibiotischen Arzneistoff, der zur Beseitigung von Staphylokokken aus der Nasenschleimhaut und in der lokalen Behandlung von Hautinfektionen eingesetzt wird. Auch hier nach verspürte sie keine Besserung. Trotz mehrerer Biopsien konnten die Ärzte keine endgültige Diagnose stellen.

Etwa ein Jahr nach dem Ausschlag auf der Nase, wurde die Frau aufgrund fokaler Anfälle stationär aufgenommen. Ihr wurde intravenöses Levetiracetam und Lorazepam verabreicht. Die Computertomographie (CT) ergab eine Läsion im motorischen Kortex auf der rechten Seite des Gehirns. Die Ärzte vermuteten zunächst ein primäres hochgradiges Gliom. Die Patientin wurde operiert, es gab keine Komplikationen. Doch sechs Tage nach der OP meldete sich die Patientin mit neuen Beschwerden am linken Arm und Taubheitsgefühlen am Bein.

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