Apothekerin zeigt DocMorris-Chefs an

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Berlin -

Seit dem EuGH-Urteil zu Rx-Boni müssen sich ausländische Versandapotheken nicht mehr an die deutsche Preisbindung halten. Das beste Mittel gegen diese Ungleichbehandlung wird noch gesucht. Eine Apothekerin aus Nordrhein-Westfalen nimmt die Sache vorerst selbst in die Hand: Sie hat auf Empfehlung ihres Beraters, Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Bernhard Bellinger, Anzeige gegen die gesamte DocMorris-Spitze erstattet – wegen einer Steuerordnungswidrigkeit.

Im Namen der Apothekerin hat Bellinger Ende vergangener Woche die Anzeige an das Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung in Düsseldorf geschickt. Im Kern geht es um das Verhältnis der DocMorris-Boni zur gesetzlichen Zuzahlung der Versicherten. Bellinger zufolge stellt die Versandapotheke den eigenen Kunden falsche Belege aus, was eine Ordnungswidrigkeit nach § 379 Abgabenordnung (AO) wäre.

In der Begründung der Anzeige wird zunächst das Geschäftsmodell von DocMorris beschrieben, das online und auch im Fernsehen „aggressiv beworben“ werde. Demnach erhalten Kunden für jedes bestellte verschreibungspflichtige Arzneimittel einen Mindestbonus von 2,50 Euro. Die Boni können je nach Preis des bestellten Arzneimittels steigen.

Bei der Abrechnung gegenüber den Kunden weise DocMorris den Zuzahlungsbetrag von beispielsweise 5 Euro als „Zuzahlungsquittung“ aus, heißt es in der Anzeige. Der Kunde selbst zahle aber nur 3 Euro. Offenbar stammt der vorgelegte Fall noch aus der Zeit vor der Erhöhung des Bonus von 2 Euro auf 2,50 Euro.

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