Anwenderfehler

Nach Verätzung: Meda ändert Endwarts-Kappe APOTHEKE ADHOC, 15.04.2019 08:05 Uhr

Berlin - Meda hat Apotheken auf die Risiken einer Fehlanwendung von Endwarts hingewiesen. Das Medizinprodukt mit Ameisensäure verursacht laut Hersteller bei korrekter Anwendung weder Entzündungen, Schmerzen noch Narben. In Frankreich verwechselte es eine Mutter allerdings mit einer Lösung und verabreichte es ihrem Baby oral. Die Folgen waren verheerend. Die Mylan-Tochter änderte jetzt vorsorglich die Kappenfarbe.

Meda veranlasste für das Produkte eine „dringende Sicherheitsinformation“, die beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht wurde. In Frankreich verwechselte demnach die Mutter eines drei Monate alten Kindes Objectif Zero Verrue (EndWarts classic) mit ZymaD, einer oralen Vitamin D Lösung, die nur in Frankreich auf dem Markt ist. Das Baby sei mit einer verätzten beziehungsweise entzündeten Speiseröhre und einer akuten Atemdepression in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Der Hersteller warnt vor möglichen Verwechslungen. Das Medizinprodukt befinde sich wie andere Arzneimittel in einer braunen Glasflasche mit einer weißen Kappe. „Das könnte zu Produktverwechslungen mit schwerwiegenden Folgen führen, wenn Endwarts mit einem Arzneimittel vertauscht und fälschlicherweise oral angewendet wird.“ Piktogramme und fett gedruckter Text auf den Verpackungen, die Kennzeichnung der Flasche eingeschlossen, warnten vor dem Risiko durch Verätzungen und wie diese vermieden werden können.

Die Flaschen müssen laut Meda immer in der äußeren Verpackung aufbewahrt und gelagert werden. Apotheken sollten Kunden bei der Abgabe daran erinnern, dass die Lösung ätzend sei. „Die Anwender sollten immer daran erinnert werden, vor der Anwendung die Kennzeichnung auf der Flasche zu lesen und die Gebrauchsanweisung für spätere Zwecke aufzubewahren.“ Dadurch solle das Risiko einer Verwechslung verringert werden.

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